Felssturz in Kairo: Zahl der Toten auf 43 gestiegen
zuletzt aktualisiert: 08.09.2008 - 13:00Kairo (RPO). Die Zahl der Toten durch einen Felssturz in einem Kairoer Elendsviertel ist weiter angestiegen. Ägyptische Behördensprecher reden am Montag offiziell von insgesamt 43 Opfern.
Weitere Leichen seien aus den Steintrümmern geborgen worden, sagte ein Sicherheitsbeamter am Montag. Die Behörden vermuteten unter den Trümmern noch immer mehrere hundert Opfer, die Bergungsarbeiten kamen nur langsam voran. Die Chancen, verschüttete Menschen lebend zu bergen, nahmen mit fortschreitender Zeit ab.
Die Felsen mit einem Gewicht von 60 bis 70 Tonnen lösten sich am Samstag von den Mukattam-Klippen oberhalb der Siedlung Manschijet Nasr. Die Bewohner wurden am frühen Morgen zumeist noch im Schlaf von dem Felssturz überrascht. Es dauerte lange, bis die Rettungskräfte eintrafen, so dass die Menschen zunächst mit bloßen Händen nach möglichen Opfern suchten. Rund 50 Behausungen wurden zerstört.
Behördenvertreter angegriffen
Nach dem tödlichen Einsturz einer Felswand in einem Armenviertel von Kairo wächst die Wut der Einwohner auf die Behörden. Aus Ärger über die schleppende Bergung hätten sie Polizei und Zivilschutz am Sonntag mit einem Steinhagel empfangen, berichtete ein Sicherheitsvertreter.
Bereits kurz nach dem Unglück wurden Vorwürfe gegen die Behörden laut. "Vor zwei Jahren schon haben wir sie gewarnt, dass uns das auf den Kopf stürzen würde. Heute ist das Drama passiert", sagte der 32-jährige Dschamal Badr, dessen Haus ebenfalls unter den Felsen begraben wurde.
"Schon zweimal waren Felsbrocken auf uns gestürzt, glücklicherweise gab es jedesmal nur Leichtverletzte", berichtet der 42-jährige Taxifahrer Abdel Latin Hossam, dessen Haus wie durch ein Wunder stehengeblieben war.
Andere Bewohner machten Bauarbeiten auf dem Mokattam-Hügel für den Einsturz verantwortlich. "Sie hatten uns gesagt, sie wollten ein Industriegebiet bauen und dafür das ganze Viertel evakuieren. Wir waren froh - doch dann geschah nichts", erzählt der 80-jährige Mohammed el Sajjed. Demnach hatten die Behörden das Viertel schon seit längerem als gefährlich eingestuft, vorgesehene Ausweichquartiere aber dann anderweitig verkauft.
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