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Haiti kinder traurig panorama 2010-0131
  Foto: The Canadian Press, AP
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Erdbeben in Haiti: Zahl der Toten steigt auf 212.000

zuletzt aktualisiert: 05.02.2010 - 06:56

Port-au-Prince (RPO). Die Zahl der bei dem verheerenden Erdbeben in Haiti getöteten Menschen hat sich auf 212. 000 erhöht. So viele Leichen seien in der Hauptstadt Port-au-Prince und außerhalb inzwischen geborgen worden, sagte Regierungschef Jean-Max Bellerive am Donnerstag (Ortszeit) dem US-Sender CNN. Und immer noch würden unter den Trümmern vereinzelt Leichen entdeckt. Erst am Mittwoch hatte der Regierungschef die offizielle Statistik auf mehr als 200.000 Tote korrigiert von zuvor 170.000.

Mehr als 300.000 Menschen seien bei dem Beben am 12. Januar verletzt worden, sagte Bellerive dem Sender weiter. Die meisten hätten inzwischen medizinische Hilfe erhalten. Angesichts der Tatsache, dass schon vor dem Erdbeben in Haiti zahlreiche Menschen obdachlos waren, sei nun davon auszugehen, dass etwa zwei Millionen Haitianer kein festes Dach über dem Kopf hätten. Der arme Karibikstaat zählt insgesamt etwa neun Millionen Einwohner.

US-Bürgern Kindesentführung vorgeworfen

Unterdessen müssen sich zehn US-Bürger in Haiti wegen Kindesentführung verantworten. Die Staatsanwaltschaft in Port-au-Prince warf den Amerikanern am Donnerstag ferner Verbindungen zu Kriminellen vor. Sie wurden nach einem kurzen Gerichtstermin in ein Gefängnis der haitianischen Hauptstadt gebracht, wie ihr Anwalt Edwin Coq mitteilte. Die Angeklagten wurden in der vergangenen Woche bei dem Versuch festgenommen, 33 Kinder außer Landes zu bringen.

Ihr Ziel soll es gewesen sein, die Kinder illegal an Adoptiveltern zu vermitteln. Die fünf Männer und fünf Frauen, baptistische Christen aus dem Staat Idaho, wiesen die Vorwürfe indes zurück und betonten, sie wollten für die Kinder ein Waisenhaus in der an Haiti angrenzenden Dominikanischen Republik errichten.

Ministerpräsident Max Bellerive erklärte, möglicherweise hätten die US-Bürger angenommen, ihre wohltätige christliche Absicht würde es rechtfertigen, die Kinder außer Landes zu bringen. US-Außenministerin Hillary Clinton sagte, die Vorgehensweise sei unglücklich gewesen, was auch immer die Motive gewesen seien.

Kinder offenbar von armen Eltern weggegeben

Die Kinder im Alter von zwei bis zwölf Jahren sind derzeit in einem SOS-Kinderdorf in Port-au-Prince untergebracht. Bewohner des Dorfes Callebas sagten der Nachrichtenagentur AP, sie hätten den Missionaren die Kinder mitgegeben, weil sie sie selbst nicht ernähren könnten. Die Leiterin der christlichen Gruppe, Laura Silsby, hatte dagegen erklärt, die Kinder kämen aus Waisenhäusern oder seien von entfernten Verwandten übergeben worden.

Die haitianische Regierung hat alle Adoptionen gestoppt, die nicht schon vor dem Beben am 12. Januar eingeleitet waren. Zu groß ist die Befürchtung, dass verwaiste oder von ihren Familien getrennte Kinder jetzt mehr denn je in Gefahr sind, verschleppt und verkauft zu werden. Ohne Papiere und ohne jegliche Versuche, die Familie ausfindig zu machen, könnten sie für immer von Angehörigen getrennt werden, die willens und in der Lage wären, für sie zu sorgen.

Quelle: AFP/pegn

 
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