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Panorama Portugal Madeira Floods
  Foto: AP, AP
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Rettungskräfte auf dem Weg: Zahl der Toten steigt auf 40

zuletzt aktualisiert: 21.02.2010 - 15:53

Funchal (RPO). Schlammlawinen und Sturzfluten haben auf Madeira mindestens 40 Menschen in den Tod gerissen. Mehr als 120 weitere wurden verletzt. Das Unwetter hinterließ am Samstag im Süden der zu Portugal gehörenden Ferieninsel eine Spur der Verwüstung. Besonders betroffen war die Hauptstadt Funchal. Deutsche Urlauber kamen nach Auskunft des Auswärtigen Amtes offenbar nicht zu Schaden. Entsetzt zeigte sich der berühmteste Sohn der Insel, Fußballstar Cristiano Ronaldo.

Noch am Sonntag galten etliche Menschen als vermisst, wie ein Sprecher der Behörden vor Ort mitteilte. Die Zahl der Toten werde vermutlich noch weiter steigen. Die Rettungskräfte befürchteten, dass unter dem Schlamm, der die Straßen von Funchal bedeckte, noch Menschen begraben sein könnten, sagte Francisco Ramos der Nachrichtenagentur Lusa. "Wir suchen weiter nach Leichen", erklärte Ramos.

Die Sturzfluten, die von den Berghängen zu Tal rasten, waren so stark, dass sie alles mitrissen, was ihnen in die Quere kam. Brücken stürzten unter dem Druck des Wasser ein. Autos und Bäume wurden mitgerissen, Häuser stürzten ein. Einer vorläufigen Bilanz zufolge wurden etwa 250 Menschen obdachlos. Nach Behördenangaben war es das schwerste Unwetter auf Madeira seit 1993.

Info
Madeira ist eine zu Portugal gehörende Inselgruppe vor der Nordwestküste Afrikas im Atlantischen Ozean. Der Archipel mit der Hauptinsel Madeira liegt 900 Kilometer südwestlich von Portugal und rund 650 Kilometer westlich von Marokko. Ihren Namen (Madeira heißt auf Portugiesisch Holz) hat die Insel ihrem früher einmal starken Waldbestand zu verdanken. Ende 2008 zählte Madeira 247.600 Einwohner.

Die portugiesische Regierung schickte Rettungstaucher, Ärzte und Bergungsspezialisten auf die rund 900 Kilometer von Lissabon entfernte Insel. Die auf Madeira stationierten Einheiten der Streitkräfte halfen mit Rettungshubschraubern, bei der Beseitigung von Trümmern und der Reparatur von Brücken.

Viele Straßen unpassierbar

Eine britische Touristin sagte der BBC am Samstag, Funchal gleiche einer Geisterstadt. "Die Abwässerkanäle können das viele Wasser, das von den Bergen herunterläuft, einfach nicht auffangen", zitierte die Nachrichtenagentur PA aus dem Interview mit Cathy Sayers. "Sie sind vollkommen mit Schlamm überlaufen."

Am Sonntag besserte sich das Wetter zwar. Doch viele Straßen waren zerstört oder unpassierbar, was den Einsatz der Rettungskräfte erschwerte. Kaputte Autos, ausgerissene Bäume, Schutt und Geröll machten ein Durchkommen vielerorts unmöglich.

Der portugiesische Ministerpräsident José Socrates sagte, er sei "tief bestürzt". Die Regierung werde dafür sorgen, dass der Wiederaufbau so schnell wie möglich beginnen könne. Entsetzt zeigte sich auch der aus Madeirs stammende Fußballstar Cristiano Ronaldo, der für Real Madrid spielt. "Niemand bleibt bei so einer Katastrophe gleichgültig", sagte Ronaldo. Er wolle, so weit es in seinen Kräften stehe, bei der Bewältigung der Zerstörungen helfen.

Madeira liegt rund 700 Kilometer westlich der marokkanischen Küste im Atlantik. Sie ist ein beliebtes Urlaubsziel und wird wegen ihrer üppigen Vegetation auch als Blumeninsel bezeichnet.

Offenbar keine deutschen Urlauber unter den Opfern

Das Auswärtige Amt in Berlin erklärte am Sonntag, nach derzeitigem Kenntnisstand seien keine Deutschen verletzt oder gar getötet worden. Der Reisekonzern TUI teilte mit, keines der gebuchten Hotels sei bei dem Unwetter beschädigt worden.

"Nach unseren Erkenntnissen geht es allen Gästen gut", sagte TUI-Sprecher Michael Blum der Nachrichtenagentur DAPD. Seinen Angaben zufolge halten sich derzeit insgesamt 1.400 Urlauber von TUI und dem ebenfalls zum Konzern gehörenden Veranstalter 1-2-Fly auf Madeira auf. Es sei nicht geplant, sie vorzeitig zurückzuholen, da die Reiseziele nicht von dem Unwetter beeinträchtigt seien. Auch der Flughafen sei nach einer kurzzeitigen Schließung wieder offen.

Nach Angaben des britischen Außenministeriums wurde ein Brite vermisst. Einige Briten würden im Krankenhaus behandelt.

Quelle: AFP/sdr

 
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