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Tag 1 nach der Katastrophe im Protokoll
Zahl der Toten steigt - neue atomare Bedrohung

12. März: Japan am Tag nach der Katastrophe
12. März: Japan am Tag nach der Katastrophe FOTO: AP
Tokio (RPO). Die Ungewissheit über den Zustand des Atomreaktors in Fukushima hält an: Ob es bereits zu einer Kernschmelze kam, ist weiterhin unklar.   Fest steht, dass radioaktive Strahlung ausgetreten ist und Grenzwerte deutlich überschritten wurden. 140.000 Menschen mussten evakuiert werden. Der Tag eins nach der Katatstrophe im Protokoll. Von A. Weissschädel, C. Sieben, R. Kurlemann

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 +++ 23.50 Uhr: Nach dem Beben will die Notenbank offenbar am Montag die Finanzmärkte mit einer Notaktion beruhigen. Wie die Nachrichtenagentur Jiji am Samstag (MEZ) berichtete, sollen dem Geldmarkt mehrere Billionen Yen zur Verfügung gestellt werden. Dies sei die erste kurzfristige Operation dieser Art seit Mai vergangenen Jahres. Damals hatte die Bank von Japan zwei Billionen Yen (umgerechnet 17,1 Milliarden Euro) in die Märkte gepumpt, um die Belastungen durch die Schuldenkrise Griechenlands aufzufangen. Nach dem Erdbeben und dem anschließenden Tsunami am Freitag hatte die Notenbank in Aussicht gestellt, alles zu tun, was in ihrer Macht stehe, um die Finanzmarktstabilität sicherzustellen.

+++ 23.30 Uhr: Die neuen Probleme im Atomkraftwerk Fukushima ereigneten sich am frühen Morgen (Ortszeit): "Um 5.30 Uhr hat die Versorgung mit Wasser aufgehört, und der Druck im Inneren erhöht sich allmählich", sagte ein Sprecher der Betreiberfirma Tokyo Electric Power (Tepco). Das Unternehmen habe der Regierung Bericht erstattet.

+++ 23.15 Uhr:  Nach Angaben der Internationalen Atomenergieagentur (IAEA) werden in Japan 170.000 Menschen aus der Umgebung des beschädigten Atommeilers Fukushima Daiichi evakuiert. Die Anwohner in 20 Kilometer Umkreis wurden angewiesen, die Gegend zu verlassen, berichtete die UN-Behörde.

+++ 22.50 Uhr: In dem Atomkraftwerk Fukushima sind neue Probleme aufgetreten. Wie die Atomsicherheitsbehörde des Landes nun mitteilte, fiel an einem anderen Reaktor der Anlage Fukushima Daiichi das Notkühlsystem aus. Daher sei es nun dringend nötig, einen Weg zu finden, wie der Reaktor 3 mit Wasser versorgt wird, sagte ein Behördenvertreter auf einer Pressekonferenz.

+++ 22.40 Uhr: Wie die IAEA bekanntgab, wurden bislang rund 140.000 Menschen evakuiert aus den Regionen um zwei japanische Atomkraftwerte. In einem Radius von 20 Kilometern um Fukushima Daiichi seien etwa 110.000 evakuiert worden, in der Umgebung von zehn Kilometern um die Anlage Fukushima Daini rund 30.000 weitere. "Die kompletten Evakuierungsmaßnahmen wurden noch nicht abgeschlossen", teilte die Behörde mit.

+++ 22.16 Uhr: Japan stellt nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) mittlerweile wieder eine Verringerung der Radioaktivität am Katastrophenreaktor fest. Nach einem anfänglichen Anstieg hätten die Behörden nun eine Abschwächung in den vergangenen Stunden beobachtet, teilte die IAEA am Samstag in Wien mit. Die Explosion in der Anlage Fukushima Daiichi sei den japanischen Angaben zufolge außerhalb der hauptsächlichen Sicherheitshülle geschehen.

+++ 21.58 Uhr: Durch das schwere Erdbeben vor der japanischen Küste ist der Tag etwas kürzer geworden. Der Nasa-Geophysiker Richard Gross berechnete, dass die Rotation der Erde durch das Beben der Stärke 8,9 um 1,6 Mikrosekunden schneller geworden sei, weil sich die Erdmasse verschoben habe. Eine Mikrosekunde ist eine Millionstel Sekunde. Das Beben von Sumatra 2004 führte sogar dazu, dass der Tag damals um 6,8 Mikrosekunden kürzer wurde. 

+++ 21.34 Uhr: Eine eventuelle radioaktive Wolke würde bei der gegenwärtigen Witterung von Japan aus zunächst auf den Pazifik hinaus und etwa einen Tag später in Richtung der Philippinen ziehen. Das haben Berechnungen von Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) über eine mögliche Ausbreitung eventuell kontaminierter Luftmassen ergeben. West- und Mitteleuropa sowie der europäische Luftraum wären danach insbesondere aufgrund der großen Entfernung bislang nicht betroffen, teilte der DWD am Samstagabend mit.

In Deutschland sei allenfalls mit Auswirkungen zu rechnen, die nur Bruchteile des hiesigen natürlichen Strahlenaufkommens ausmachen, hieß es in einer Mitteilung des Bundesumweltministeriums. Gesundheitliche Beeinträchtigungen für die deutsche Bevölkerung seien nicht zu befürchten.

+++ 20.55 Uhr: Der Deutsche Judo-Bund (DJB) hat seine Athleten um Olympiasieger Ole Bischof entgegen seiner ursprünglichen Absichten zum sofortigen Abbruch ihrer laufenden Trainingslager in Japan und zur schnellstmöglichen Heimreise aufgefordert.

+++ 20.10 Uhr: Ein Behördenvertreter in Fukushima bestätigte, dass drei evakuierte Anwohner des Kraftwerks verstrahlt wurden. Sie zeigten aber keine Krankheitssymptome.

+++ 19.42 Uhr: Wegen einer befürchteten nuklearen Wolke nach dem Atomunfall hat der russische Regierungschef Wladimir Putin die Überprüfung der Notfallpläne für den fernen Osten des Landes angekündigt. "Die Lage im gesamten fernen Osten Russlands muss so sorgfältig wie möglich kontrolliert werden", erklärte Putin laut der Nachrichtenagentur Ria-Novosti nach einem Krisentreffen zu dem Unfall am Samstag. Alle Vorkehrungen für solche Situationen müssten nochmals überprüft werden. Während die russische Atomaufsicht zunächst keine Gefahr durch eine nukleare Strahlenwolke sah, hielt eine Vertreterin lokaler Gesundheitsbehörden diese für möglich.

+++ 19.08 Uhr: Auf eine Nachfrage zur aufkeimenden Atomdebatte in Deutschland weicht Merkel aus. Dafür sei es zu früh, man müsse erst die Fakten kennen. Westerwelle sagte auf eine weitere Nachfrage zur Laufzeitverlängerung: "Jetzt ist nicht die Zeit für parteipolitische Debatten."   

+++ 19.04 Uhr: Westerwelle: "Die Informationen, die wir erhalten, sind unterschiedlich und widersprüchlich." Man könne sich deswegen kein abschließendes Urteil über die Lage bilden.

+++ 19.01 Uhr: "Für die Bundesregierung hat Sicherheit Vorrang vor allem anderen. Deswegen haben wir die Sicherheit für die Kernkraft verbessert und entsprechende Schritte auf den Weg gebracht. Unsere Experten werden nun beraten, ob auch Konsequenzen für uns notwendig sind." Für ein Urteil sei es jedoch zu früh.

+++ 18.59 Uhr: Nun spricht Außenminister Guido Westerwelle (FDP). Er befürchte, dass sich die Zahl der Opfer deutlich erhöhen werde. Man wollen den japanischen Freunden in dieser schwierigen Lage beistehen und Hilfe leisten. Er könne nicht ausschließen, dass sich deutsche Staatsangehörige unter den Opfern befinden. Wahrscheinlich sei dies aber nicht.   

+++ 18.57 Uhr: Merkel stehe in Kontakt mit der EU. Man wolle aus den Vorfällen lernen. Im Anschluss an die Pressekonferenz will die Kanzlerin die Fraktionschefs des Bundestags über die Lage informieren. 

+++ 18.55 Uhr: "Die Geschehnisse in Japan sind ein Einschnitt für die Welt." Man könne nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Die Nutzung der Atomenergie sei als Brückentechnologie vertretbar.

"Ich verstehe jeden, der sich Sorgen macht. Ich habe mich mit den Experten des Bundesumweltministeriums informieren lassen." Es sei nach menschlichem Ermessen nicht vorstellbar, dass Deutschland davon betroffen sein könnte.

"Das ist eine außergewöhnlich ernste Situation. Wir sind in Kontakt mit der Internationalen Atomernergiebehörde (IAEO)." Die Lage sei unklar. Man hoffe, den Austritt von Radioaktivität zu begrenzen.

+++ 18.51 Uhr: Merkel: "Es geht uns in der Bundesregierung und mir persönlich nah. Wir sehen, wie zwei Naturgewalten eines der am höchsten entwickelten Länder angreifen. Das Ausmaß des Leidens ist fast nicht fassbar. Es ist ein Bedürfnis, den Japanern unser Mitgefühl auszusprechen. Wir stehen an der Seite Japans und stehen bereit, um zu helfen." 

+++ 18.48 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich am Abend mit ihren wichtigsten Ministern zum Krisengipfel im Kanzleramt getroffen. In Kürze wird sie für ein Statement vor die Presse treten. Wir berichten live.  

+++ 18.46 Uhr: Für deutsche Unternehmen ist die Erdbeben-Katastrophe von Japan bislang relativ glimpflich verlaufen. Sprecher mehrerer deutscher Konzerne sagten am Samstag der Nachrichtenagentur dapd, ihre Angestellten seien wohlauf und die Anlagen weit von dem beschädigten Atomkraftwerk in Fukushima entfernt. Die hessische Firma B. Braun vermisste allerdings einen japanischen Angestellten und seine Familie. Einige Unternehmen stellten ihren Mitarbeitern frei, das Land zu verlassen.

+++ 18.26 Uhr: Die ARD berichtet unter Berufung auf die japanische Behörde für Kernkraftsicherheit, es habe eine Kernschmelze in dem Werk gegeben. Eine unabhängige Bestätigung gab es dafür aber bislang nicht. Den japanischen Behörden zufolge war der Grund für die Explosion eine Reaktion von Wasserstoff und Sauerstoff außerhalb des Reaktors. Der Wasserstoff sei entstanden, als die überhitzten Brennstäbe mit Wasser in Kontakt gekommen seien, das zur Kühlung eingeleitet worden sei.

+++ 17.58 Uhr: Wegen der Naturkatastrophe in Japan fällt die für Samstagabend geplante Musiksendung "Musikantenstadl" aus dem TV-Programm. Der Bayerische Rundfunk (BR) als federführende ARD-Sendeanstalt habe in enger Abstimmung mit allen Beteiligten in der ARD sowie seinen Partnern ORF und SRF entschieden, auf die Live-Ausstrahlung des Jubiläums-"Musikantenstadl" zu verzichten, teilte der BR am Samstag mit.

+++ 17.55 Uhr: Die japanische Atomaufsicht hat die Explosion in einem Reaktor des Kraftwerkes Fukushima 1 als "Unfall" auf der internationalen Störfallskala eingestuft. Der Vorfall werde in die Kategorie Nummer vier der von null bis sieben reichenden Skala eingeordnet, teilte die Behörde für Atomsicherheit am Samstag mit. Nach Angaben des deutschen Bundesamtes für Strahlenschutz können Vorfälle in dieser fünfthöchsten Kategorie eingestuft werden, wenn es zu einer geringen Freisetzung von radiaktivem Material gekommen ist und "begrenzte Schäden am Reaktorkern aufgetreten sind. Das Atomunglück von Tschernobyl war Stufe sieben, ein sogenannter "katastrophaler Unfall".

+++ 17.43 Uhr: Eberhard Grauf, der ehemalige Betriebsleiter des Atomkraftwerks Neckarwestheim 1, geht von einer partiellen Kernschmelze Im japanischen Krisenreaktor aus. Wenn es jedoch gelingen sollte, den Reaktordruckbehälter der havarierten Anlage mit einer Mischung aus Meerwasser und Borsäure zu füllen, wie es die japanische Regierung angekündigt hat und die Betreiberfirma Tepco mitteilt, dann müsse es gelungen sein, die Kühlpumpen wieder mit Strom zu versorgen, sagte er weiter. Gelinge das, könne "die Bevölkerung vor einer hohen Strahlung geschützt werden".

Der Unfall wäre dann vergleichbar mit der Atomkatastrophe von Three Miles Island in Harrisburg in den USA. Ein Szenario wie beim Supergau in Tschernobyl ließe sich aber noch vermeiden, sagte Grauf dem "Tagesspiegel".

+++ 17.28 Uhr: Die japanische Armee mobilisierte für die Rettungsarbeiten 50. 000 Soldaten, dutzende Schiffe und hunderte Flugzeuge. Nachdem am Samstag bereits sechs Spezialisten des deutschen Technischen Hilfswerks (THW) in Japan eingetroffen waren, sollten weitere 40 THW-Helfer am Abend eintreffen. Die USA schickten 150 Rettungshelfer, 75 Tonnen Bergungsausrüstung sowie eine Marine-Flotte in das Katastrophengebiet. Zahlreiche weitere Staaten stellten Hilfe bereit.

+++ 17.05 Uhr: Japans Atombehörde stuft den Vorfall im AKW Fukushima weniger schlimm ein als die Zwischenfälle im US-Kernkraftwerk Three Mile Island 1979 und in Tschernobyl 1986.

+++ 16.37 Uhr: Die japanische Hauptinsel wurde beim Beben um 2,4 Meter verrückt.

+++ 16.10 Uhr: Mit einer Menschenkette vom Reaktor Neckarwestheim bis nach Stuttgart haben Zehntausende Menschen gegen die Atompolitik der Koalition in Berlin sowie der baden-württembergischen Landesregierung demonstriert. Aufgerüttelt durch die Katastrophe in Japan beteiligten sich deutlich mehr als die 40.000 Menschen, mit denen die Organisatoren gerechnet hatten. Nach Angaben der Polizei schlossen sich rund 50.000 Menschen zu der 45 Kilometer langen Kette zusammen.

+++ 15.48 Uhr: Aus dem bei dem verheerenden Erdbeben in Japan schwer beschädigten Kernkraftwerk Fukushima ist offenbar radioaktive Strahlung ausgetreten. In der Nähe des Blocks 1 seien am Samstag 1.015 Mikrosievert pro Stunde gemessen worden, berichtete der japanische Fernsehsender NHK unter Berufung auf die Präfektur Fukushima auf seiner Internetseite.

+++ 15.22 Uhr: In Japan wird nun auch die Region um ein zweites Kraftwerk evakuiert. 10 Kilometer um das Kraftwerk Fukushima Daini müssen die Menschen ihre Häuser verlassen. Die Anlage liegt etwas südlich vom Krisen-Reaktor Fukushima-Daiichi, hat vier Teilreaktoren, die alle infolge des Erdbebens automatisch herunterfuhren.

+++ 15 Uhr: Angesichts der unklaren Lage hat Außenminister Guido Westerwelle den Deutschen im Krisengebiet zur Ausreise geraten. Die Meldungen aus Japan seien widersprüchlich, sagte der FDP-Politiker am Samstag in Berlin. Es ergebe sich derzeit kein klares Bild der Lage.

+++ 14.35 Uhr: Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) vermutet, dass es in dem japanischen Kernkraftwerk Fukushima zu einer Kernschmelze gekommen ist. "Anhand der uns vorliegenden Informationen neigen wir dazu, dass dort eine Kernschmelze im Gange ist", sagte Röttgen dem WDR. Japans Premierminister bestreitet, dass es eine Kernschmelze gab.

+++ 14.18 Uhr: In einer Hafenstadt im Nordosten Japans werden noch 10.000 Menschen vermisst. Wie der öffentlich-rechtliche Sender NHK am Samstag berichtete, geht es um den Ort Minamisanriku in der Präfektur Miyagi. Nach bisherigen Angaben der Behörden gab es durch die Naturkatastrophe in ganz Japan 1400 Todesopfer und Vermisste gestorben.

+++ 13.39 Uhr: Am Flughafen Frankfurt werden alle fünf geplanten Maschinen nach Japan heute starten. Von den drei geplanten Flügen aus Japan wurde eine Maschine abgesagt.   

 +++ 13.32 Uhr: Nach der Explosion ist nach Angaben der Regierung keine erhöhte Strahlung im Umfeld des Reaktorgebäudes nachweisbar. Das Stahlgehäuse, das den Reaktor schütze, sei beim Einsturz der umgebenden Wände nicht beschädigt worden, sagte Regierungssprecher Yukio Edano am Samstag. Experten wollen nun versuchen die Anlage mit Meerwasser zu kühlen.

+++ 13.12 Uhr: Die russische Wetterbehörde kontrolliert verstärkt die radioaktive Belastung im Osten des Landes. Dort sei noch nichts Auffälliges beobachtet worden, sagt der Leiter Alexander Frolow nach Informationen des Standards in Österreich.

+++ 13.09 Uhr: Evakuierungen in Fukushima sind ein sehr großer Aufwand. In der japanischen Stadt leben 292.000 Menschen.            

+++ 13.02 Uhr: In Fukushima hat es offenbar eine Kernschmelze gegeben. Die ARD meldet, die japanische Behörde für Kernkraftsicherheit habe dies offiziell bestätigt.

+++ 12.55 Uhr: Eine Mitteilung der japanischen Atomenergie-Behörde sorgt für Verwirrung. Der Reaktordruckbehälter sei noch intakt, heißt es dort. Der Experte bei N-TV vermutet, dass diese Mitteilung zu einem früheren Zeitpunkt verfasst wurde. Auich bei BBC glaubt man nicht, dass das stimmt.     

+++ 12.40 Uhr: Das deutsche Fernsehen zum Reaktorunfall. Während N24 und N-TV-Sondersendungen machen, zeigt die ARD einen hübschen Film über die Wildnis mit Bären, Hunden und Wölfen. Menschen, die im Einklang mit der Natur leben. Das ZDF setzt auf Biathlon. Ohne Worte - der Informationsanspruch des öffentlich-rechtlichen Fernsehens.

+++ 12.29 Uhr: Die Strahlenbelastung im Umkreis des explodierten Meilers steigt nach Einschätzungen des Greenpeace-Atomexperten Mathias Edler immer weiter an. Im Augenblick nehmen Menschen in der Umgebung in zwei Stunden die gleiche Menge Radoaktävität auf, wie normalerweise in einem Jahr. Edler geht zu 99 Prozent davon aus, dass es bereits zu einer Kernschmelze gekommen ist.

+++ 12.13 Uhr: In einer Küstenstadt sind 300 bis 400 weitere Todesopfer gefunden worden. Die Armee habe die Leichen im nordostjapanischen Rikuzentakata in der Präfektur Iwate gefunden, berichtete der öffentlich-rechtliche Sender NHK

+++ 12.08 Uhr: Die Behörden in Japan sprechen von einer schwieirgen Situation. Die Menschen sollen die Umgebung des Kernkraftwerks schnellst möglich verlassen. Greenpeace berichtet, dass Jodtabletten verteilt werden. Jod kann als Akuttherapie die Folgen von Strahlung verringern.   

+++ 12.01 Uhr: Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in den Norden Japans und Tokio. Reisen, die nicht unbedingt nötig sind, sollten nicht angetreten werden.

+++ 11.47 Uhr: Der deutsche Wetterdienst hat den Gang einer möglichen radioaktiven Wolke brechnet. Diese werde sich in Richtung Pazifik bewegen. Wegen der Hochdrucklage werden die radioaktiven Partikel aber nicht sehr hoch in die Atmosphäre steigen können. Das bedeutet, das sich vermutlich die Radioaktivität nicht breitflächig verteilen wird. Betroffen wären nach dieser Berechnung die Philippinen, die die Wolke nach fünf Tagen erreichen wird.     

 +++ 11.44 Uhr: Der langjährige Leiter des Atominstituts in Wien, Helmut Rauch, nennt die Ereignisse im AKW Fukushima einen GAU: Das ist genau das, was man als GAU bezeichnet, als "Größter Anzunehmender Unfall": "Ich glaube, das ist der derzeitige Stand." Das berichtet die österreichische Zeitung der Standard. In Wien ist das Hauptquartier der internationalen Atomenergiebehörde. 

+++ 11.31 Uhr: Bei einer Explosion ist das Reaktorgebäude zerstört worden. Menschen im Umkreis von zehn Kilometern sollten sich schnell in Sicherheit bringen, sagte Regierungssprecher Yukio Edano am Samstag.

+++ 11.17 Uhr: Behörden kündigen an, dass die Evakuierungszone rund um den Reaktor von bisher zehn auf nun zwanzig Kilometer ausgedehnt wird.

+++ 11.13 Uhr: Experte Lutz Metz erklärt auf "N24", dass es sich sehr wahrscheinlich um eine Knallgas-Explosion handelte.

+++ 11.04 Uhr: Im Norden der Insel soll es vereinzelt Hamsterkäufen kommen.

+++ 10.53 Uhr: Augenzeugen berichten, dass viele Japaner versuchen, aus dem Norden der Insel in den Süden zu gelangen.

+++ 10.40 Uhr: Die ersten deutschen Helfer sind in der Katastrophenregion eingetroffen. Vier Experten des Technischen Hilfswerks (THW) kamen in Tokio an, wie ein THW-Sprecher sagte. 

+++ 10.35 Uhr: Die Menschen im 250 Kilometer entfernten Tokio reagieren TV-Berichten zufolge bisher gelassen auf das Desaster in Fukushima.

+++ 10.28 Uhr: Offizielle Stellen in Japan sprechen von einem "vermutlich sehr ernsten Vorgang".

+++ 10.11 Uhr: Nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Jiji stürzte das Dach des Reaktorgebäudes ein. Die Agentur berief sich auf die Präfektur Fukushima.

+++ 10.09 Uhr: Die Betreibergesellschaft Tepco erklärt, es sei möglicherweise Wasserstoff zum Kühlen der Anlage explodiert. Vier Menschen seien ins Krankenhaus gebracht worden. Ihr Zustand sei nicht lebensbedrohlich. Die Atombehörde teilte mit, die Explosion habe sich nicht im Reaktor ereignet, dem eine Kernschmelze droht.

+++ 10.02 Uhr: Der Sender riet allen Anwohnern, zuhause zu bleiben und die Fenster zu schließen. Diese Maßnahme galt demnach für Bewohner über den Umkreis der Evakuierungszone von zehn Kilometern hinaus.

+++ 9:58 Uhr: Der Sender "nTV" zeigt Bilder des japanischen Fernsehens auf denen eine schwere Explosion und Rauch auf dem Gelände zu sehen sund.

+++ 9:47 Uhr: Welches Gebäude auf dem Gelände explodierte, ist noch nicht bekannt.

+++ 9:44 Uhr: Bei der Explosion wurden mehrere Mitarbeiter verletzt. Dies bestätigte inzwischend der Betreiber. Der Sender riet der Bevölkerung über den Evakuierungsradius hinaus in ihren Häusern zu bleiben und die Fenster geschlossern zu halten.

+++ 9:33 Uhr: Dach und Mauern des Reaktorgebäudes in Fukushima sind nach Angaben des TV-Senders NHK teilweise zerstört.

+++ 9:17 Uhr: Die japanische Atomenergiebehörde erklärt zu den Berichten über eine Explosion, diese habe sich nicht im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi ereignet. Dies steht jedoch im Widerspruch zu TV-Aufnahmen...

+++ 9:01 Uhr: Im japanischen Atomkraftwerk Fukushima Daiichi hat sich nach einer Meldung der Agentur Jiji am Samstag eine Explosion ereignet. Detonationsgeräusche seien gegn 7.30 Uhr MEZ zu hören gewesen Es habe offenbar mehrere Verletzte gegeben. TV-Bilder zeigen weißen Rauch...

+++ 8: 42 Uhr: Die Strahlung im Atomkraftwerk Fukushima 1 lag am Morgen beim 1000-Fachen des Normalwertes. Die Werte stammen von einer Überbelastung mit dem Metall Cäsium. Die Kühlsysteme in zwei Atomkraftwerken im Norden Japans sind ausgefallen.

+++ 8:13 Uhr: Zahlreiche Staaten haben Japan Hilfen angeboten. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat langfristige Unterstützung angekündigt. Die USA entsenden Flugzeuge, Hilfmaterial und Suchhunde. Bislang wurden über 200 000 Menschen in Notunterkünften unetrgebracht.

+++ 7:33 Uhr: Japan ein großes Militäraufgebot für Rettungsaktionen abgestellt. Ministerpräsident Naoto Kan erklärte am Samstag, dass hierzu 50.000 Soldaten entsandt worden seien. Außerdem seien 190 Militärflugzeuge sowie 25 Schiffe in die von dem Erdbeben betroffenen Gebiete unterwegs.

+++ 6:34 Uhr: Im japanischen Atomkraftwerk Fukushima Dai-ichi ist es nach Angaben eines Vertreters der Atomaufsichtsbehörde möglicherweise zu einer Kernschmelze gekommen. Die meisten der 51,000 Einwohner im Umkreis von 10 Kilometern sind laut Behördenangaben evakuiert worden. Durch Öffnen der Ventile sei der Druck im Reaktor verringert worden. Das Risiko einer radioaktiven Verseuchung sei gering. 

+++ 5.58 Uhr: Nach vorläufigen Angaben der Polizei gab es fast 1400 Todesopfer und Vermisste. Mindestens 613 Menschen starben demnach in den verschiedenen vom Erdbeben und Tsunami betroffenen Regionen im Norden und Osten Japans.

+++ 5.44 Uhr: Einen Tag nach dem verheerenden Erdbeben ist Japan am Samstagmittag (Ortszeit) von einem erneuten Erdstoß der Stärke 6,8 erschüttert worden. Wie die US-Erdbebenwarte mitteilte, lag das Epizentrum praktisch in der gleichen Gegend vor der Nordostküste des Landes wie das Erdbeben vom Vortag.

+++ 2.33 Uhr: Japan hat den atomaren Notstand für ein weiteres Kernkraftwerk ausgerufen, nachdem es zu einem Versagen des Kühlsystems kam. Damit gilt nun für insgesamt fünf Reaktoren in zwei Atomkraftwerken der Notstand.

+++ 2.08 Uhr: Bei CNN bewerten US-Experten die bisherigen Erkenntnisse zur ausgetretenen Radioaktivität. Bisher heißt es aus offiziellen Quellen, die Strahlung wäre achtmal so hoch wie normal. "Wenn das stimmt, ist das nicht gefährlich", sagt der Experte.

+++ 1.35 Uhr: Die TV-Bilder vom Morgen nach der Katastrophe zeigen eindeutig: Die Japaner wurden stärker von der Tsunami-Welle getroffen als vom Erdbeben selbst. Viele Häuser wurden weggeschwemmt, manche Teile der Unglücksregion stehen unter Wasser. Den Menschen an der Ostküste Japans blieb zwischen dem Erdbeben und der Tsunami-Welle nur 30 Minuten Zeit zur Flucht - das dürfte für viele zu wenig Zeit gewesen sein. Aus den Atomkraftwerken gibt es derzeit keine neuen Informationen. 

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(mit Agenturmaterial)
 
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