Neue UN-Schätzung zur Flutkatastrophe: Zehn Millionen Pakistaner sind obdachlos
zuletzt aktualisiert: 07.09.2010 - 18:59Islamabad (RPO). Nach den schweren Überschwemmungen in Pakistan sind neuen UN-Schätzungen zufolge mindestens zehn Millionen Menschen obdachlos. Die Katastrophe sei eine der "schlimmsten humanitären Krisen" in der Geschichte der Vereinten Nationen, erklärte das UN-Büro für die Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA) am Dienstag in Islamabad. Bislang war von 4,8 Millionen Obdachlosen ausgegangen worden.
Die neuen Angaben berücksichtigen auch die Flutopfer aus der zuletzt stark betroffenen südpakistanischen Provinz Sindh, wie OCHA-Sprecher Maurizio Giuliano mitteilte. Nicht eingerechnet seien in der neuen Schätzung die Flutopfer, die in Zeltlagern oder Schulen untergekommen seien. Dabei handele es sich um 1,8 Millionen beziehungsweise rund eine halbe Million Menschen. Die Katastrophe sei eine der "schlimmsten humanitären Krisen" in der UN-Geschichte - sowohl hinsichtlich der Zahl der hilfsbedürftigen Menschen als auch hinsichtlich der Größe des betroffenen Gebiets.
21 Millionen Menschen direkt betroffen
Nach Angaben einer OCHA-Sprecherin in Genf sind von den seit sechs Wochen anhaltenden Überschwemmungen insgesamt 21 Millionen Pakistaner direkt betroffen. "Die Situation wird immer schlimmer", sagte Elisabeth Byrs. Allein in Sindh seien fast sieben Millionen Pakistaner direkt betroffen. Während im Norden und Zentrum Pakistans das Wasser langsam zurückgeht, bedrohen die Fluten in Sindh nach wie vor zahlreiche Städte, aus denen hunderttausende Menschen in Sicherheit gebracht werden.
Heftiger Monsunregen hatte einige Flüsse in Pakistan bis auf das 40-fache ihrer ursprünglichen Größe anschwellen lassen. Insgesamt ist rund ein Fünftel des Landes von den Fluten betroffen, was einem Gebiet der Größe Englands entspricht. 3,6 Millionen Hektar Ackerland wurden zerstört. Die pakistanische Regierung gibt die Zahl der Todesopfer mit 1760 an, diese Zahl wurde aber seit Wochen kaum aktualisiert. Es wird daher befürchtet, dass sie deutlich ansteigen könnte, wenn nach dem Zurückweichen des Wassers das gesamte Ausmaß der Schäden sichtbar wird.
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