Italien: Zehntausende protestieren gegen die Regierung
zuletzt aktualisiert: 12.12.2008 - 19:18Rom (RPO). Italien macht dem Unmut über seine Regierung Luft. Zehntausende Menschen haben am Freitag in mehreren Städten Italiens gegen die bisherige Politik der Regierung im Kampf gegen die Wirtschaftskrise demonstriert.
Die Gewerkschaft CGIL hatte bereits vor einem Monat zu einem eintägigen Generalstreik aufgerufen, um Ministerpräsident Silvio Berlusconi unter Druck zu setzen. In Krankenhäusern gab es am Freitag nur eine eingeschränkte Versorgung, Banken und Postschalter blieben geschlossen.
In Rom schwenkten Demonstranten Fahnen der Gewerkschaft und hielten Banner in die Höhe, auf denen "Vereint gegen Entlassungen" und "Mehr Jobs, mehr Löhne, mehr Renten, mehr Rechte" stand. In der Hauptstadt wie in Mailand und weiteren Städten wurde der Verkehr beeinträchtigt. In der norditalienischen Stadt Bologna folgten rund 200.000 Menschen einem Aufruf der CGIL. Die Steuern und die Arbeitslosenquote seien zu hoch, die Renten zu gering, kritisierte Guglielmo Epifani, Generalsekretär der linken CGIL, der größten Gewerkschaft des Landes.
Die Regierung kritisierte, der Streik werde der italienischen Wirtschaft noch mehr Schaden zufügen. Die Gewerkschaften fordern über die bisherigen staatlichen Maßnahmen hinaus eine Erhöhung von Löhnen und Rentenzahlungen sowie Steuersenkungen für Arbeitnehmer. Die bisherigen Maßnahmen seien völlig unzureichend, kritisierte CGIL-Vertreterin Elvira Di Ciccio.
Auch die seit Tagen andauernden Proteste in Griechenland, die nach dem Tod eines Jugendlichen durch Polizeischüsse begannen, sind zunehmend politisch orientiert.
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