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Kran stürzt auf Moschee – über 100 Tote
Zivilschutz: Unglück in Mekka durch Sturm ausgelöst

Kran kracht auf Moschee in Mekka
Kran kracht auf Moschee in Mekka FOTO: dpa, mda
Mekka. Das Unglück in Mekka mit mehr als 100 Opfern ist durch einen starken Sturm ausgelöst worden. Ungewöhnlich kraftvolle Böen hätten den Kran umgerissen, sagte der Vorsitzende für Zivilschutz, Suleiman bin Abdullah al-Amro, dem Sender Al-Arabija am Samstag.

In dem Gebiet seien auch Bäume und Schilder umgeknickt. Er wies Berichte zurück, nach denen der Kran durch einen Blitzeinschlag umgerissen worden sei. Es habe auch keine Massenpanik gegeben, bei der Menschen ums Leben gekommen seien.

Am Freitag war in Mekka ein Kran auf die Große Moschee gestürzt und tötete mindestens 107 Menschen. 238 weitere Menschen wurden verletzt.

Das Unglück hatte sich am Freitagabend während des Gebets zum Sonnenuntergang auf dem Gelände der Heiligen Moschee (auch: Große Moschee) ereignet. Die Behörden machten starken Wind und heftigen Regen für den Sturz des Krans auf ein Dach des Gotteshauses verantwortlich. Im Hof der Heiligen Moschee befindet sich die Kaaba, das zentrale Heiligtum der islamischen Welt.


In eineinhalb Wochen beginnt die muslimische Pilgerfahrt, zu der in diesem Jahr ab dem 21. September rund drei Millionen Pilger erwartet werden.  Zum sogenannten Hadsch zählt der Besuch der Großen Moschee in Mekka. In ihr befindet sich auch die würfelförmige Kaaba mit dem Schwarzen Stein. Jeder erwachsene Muslim, der dazu körperlich in der Lage ist, soll einmal im Leben nach Mekka reisen, dem wichtigsten Heiligtum der Muslime.

Der Kran war Teil eines Bauprojektes, mit dem die Flächen für die Pilger erweitert werden sollen, um gefährliches Gedränge zu verhindern. Im Jahr 2006 waren bei einer Massenpanik während der Wallfahrt knapp 350 Menschen gestorben.

Arabische Fernsehsender zeigten Bilder von Trümmern, Blut und Leichen. Die saudische Nachrichtenagentur SPA meldete, die Krankenhäuser der Stadt seien in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt worden. Es seien zusätzliche Blutkonserven bereitgestellt worden, um die große Zahl an Verletzten zu behandeln. Die Identitäten der Opfer waren nach einem Bericht der "Saudi Gazette" noch nicht abschließend geklärt.

(dpa/AP)
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