| 16.42 Uhr

Italien
Schweres Zugunglück mit mindestens 20 Toten

Bari. Es ist ein chaotisches Bild, die Waggons sind vollkommen verkeilt, entgleist, zerstört: Beim Frontalzusammenstoß zweier Züge im Süden Italiens sind mindestens 20 Menschen ums Leben gekommen.

Das sagte der Vizepräsident der betroffenen Provinz Barletta-Andria-Trani, Giuseppe Corradonach, nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa und rief die Bevölkerung gleichzeitig zu Blutspenden auf. Weitere 35 Menschen seien verletzt worden, 18 von ihnen lebensgefährlich, sagte der Leiter der Gesundheitsbehörde in Bari, Vito Montanaro. Auch ein Kleinkind wurde lebend in den Trümmern geborgen, berichtete die Agentur Ansa unter Berufung auf Einsatzkräfte. Die Züge waren am Vormittag nördlich der süditalienischen Stadt Bari auf einer eingleisigen Strecke zwischen Corato und Andria zusammengestoßen.

Zugunglück mit mehreren Toten im Süden Italiens FOTO: afp, GB

Zahlreiche Menschen waren in den Trümmern gefangen

Auf TV-Bildern war zu sehen, dass die beiden Züge auf offener Strecke vollkommen verkeilt und einige Waggons total zerstört sind. "Es gibt viele Tote", sagte der Chef der Einsatzkräfte, Riccardo Zingaro. Medien berichteten, dass zahlreiche Menschen noch in den Trümmern gefangen seien. Der Unfallort war für die Helfer lange schwer zu erreichen. Angeblich waren viele Studenten und Pendler in dem Regionalzug, der von dem privaten Unternehmen Ferrotramviaria betrieben werde.

Beide Züge sollen vier Waggons gehabt haben. Jeweils die ersten beiden sind zerquetscht und aus den Gleisen gesprungen. Mehrere Hubschrauber waren im Einsatz. 

Menschliches Versagen nicht ausgeschlossen

Wie genau es zu dem Unfall kam, ist noch nicht klar, die Ermittler schlossen menschliches Versagen jedoch nicht aus. So soll einer der beiden Züge an einem Bahnhof auf grünes Licht gewartet haben und dann auf der eingleisigen Strecke gefahren sein. Zum Zeitpunkt des Unglücks gegen 11.30 Uhr herrschte gutes Wetter. Der Chef des Verkehrsunternehmens Massimo Nitti sagte, es müsse noch ermittelt werden, was genau zu dem Unglück geführt habe. Klar sei aber, dass "einer der Züge nicht hätte dort sein sollen".

Der italienische Regierungschef Matteo Renzi verlangte eine schnelle Aufklärung, wer an dem Unglück Schuld sei, und sprach den Opfern und deren Familien sein Mitgefühl aus. Er kündigte zudem einen Besuch am Unglücksort an. Coratos Bürgermeister Massimo Mazzilli schrieb auf Facebook: "Es ist eine Katastrophe, als wenn ein Flugzeug abgestürzt wäre."

(crwo/lai/afp/dpa/ap)
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