Chinesisches Geschenk: Zwei Pandas erobern Taiwan
zuletzt aktualisiert: 26.01.2009 - 11:13Taipeh (RPO). Zwei chinesische Riesenpandas erobern die Herzen der Taiwaner. "Tuan Tuan" und "Yuan Yuan", deren Namen kombiniert "Wiedervereinigung" bedeuten, sind ein Geschenk Chinas an den Zoo von Taipeh und wurden am Montag der Öffentlichkeit präsentiert.
Tausende Menschen standen Schlange, um einen Blick auf das Pärchen zu werfen, das nach einem Monat in Quarantäne pünktlich zum Beginn des chinesischen Neujahrsfestes sein neues Domizil beziehen durfte. Insgesamt rechnet der Zoo am Montag mit 22.000 Besuchern. "Tuan Tuan" und "Yuan Yuan" kommen aus der chinesischen Provinz Sichuan und gelten als Symbol für die Annäherung zwischen Taiwan und der Volksrepublik.
Viele der Besucher wiesen jedoch die Einschätzung zurück, mit dem Geschenk wolle China die Vereinigung vorantreiben. "Die Spannungen sind tatsächlich zurückgegangen", sagte der Lehrer Pan Wen Liang. "Aber wir entscheiden selbst über unsere Zukunft und keine Charm-Offensive könnte uns beeinflussen."
Der Geschäftsmann Chang Chang Chun zeigte sich zufrieden damit, dass China auf Drohungen verzichte. "Jetzt schicken die Chinesen Pandas anstatt ihre militärischen Drohungen zu wiederholen, und das ist ein gutes Zeichen", sagte er. "Die Vereinigung ist nicht absolut unmöglich, aber sie würde noch lange dauern."
Schon die Ankunft der Tiere in Taipeh Ende Dezember war ein Riesenereignis in den taiwanischen Medien. Bilder der vierjährigen Pandas zierten die Titelseiten der Tageszeitungen, und das Fernsehen übertrug praktisch jede Minute vom Abflug der Tiere aus China bis zur Landung und Weiterfahrt in ihr neues Zuhause im Zoo.
Geschenk wurde 2005 noch abgelehnt
China hatte die Pandas bereits 2005 als Geschenk angeboten, die damals in Taiwan regierende Demokratische Fortschrittspartei (DPP) lehnte jedoch ab. Im Mai kam die neue Regierung der Nationalistischen Partei unter Ma Ying Jeou ins Amt, die das Angebot aus Peking annahm. Die DPP kritisierte den Schritt.
Ma bemüht sich seit seinem Amtsantritt, die Beziehungen zu China zu verbessern. Beide Seiten nahmen im Dezember nach sechs Jahrzehnten direkte Luft- und Schiffsverbindungen über die Straße von Taiwan wieder auf. Am Samstag wies Ma Vorwürfe der Opposition zurück, das Panda-Geschenk untergrabe die taiwanische Souveränität. "Angesichts dieser allerliebsten Pandas sollten wir mehr Menschlichkeit zeigen und weniger Politik", sagte er.
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