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Florida
Getöteter Zweijähriger nach Alligator-Angriff gefunden

Zweijähriges Kind nach Alligator-Angriff im Disney-Ferienpark gefunden
Die Suche nach dem Jungen blieb erfolglos FOTO: ap, PME
Lake Buena Vista . Es ist traurige Gewissheit: Der von einem Alligator ins Wasser gezogene Junge ist tot. Für Florida ist es die dritte schwere Tragödie innerhalb von nur einer Woche.

16 Stunden nach dem Angriff eines Alligators auf einen zweijährigen Jungen in einem Disney-Ferienpark in Florida ist die Leiche des Kindes geborgen worden. Das teilte der Sheriff von Orange County, Jerry Demings, mit. Das Reptil hatte das Kleinkind in dem Park in Lake Buena Vista geschnappt, als der Junge in flachem Wasser in der sogenannten Seven Seas Lagoon gewatet war. 50 Personen hatten sich an der Suche nach dem Jungen beteiligt, darunter mehrere Taucher.

Der Vater des Kindes hatte vergeblich versucht, seinen Sohn vor dem Alligator zu retten. Behördenangaben zufolge war der Junge nur gut einen halben Meter ins Wasser hineingegangen. Sheriff Demings sagte, es erscheine so, als ob das Raubtier den Zweijährigen in tieferes Wasser gezogen und dort zum Ertrinken gebracht habe. Eine gerichtsmedizinische Autopsie sollte Klarheit über die Todesursache bringen.

Alligatoren getötet

Bei der Suche nach dem Jungen wurden fünf Alligatoren aus dem See gefangen und getötet. Es bestehe eine gute Chance, dass eines der Tiere für den Tod des kleinen Jungen verantwortlich sei, sagte Demings. Eine forensische Untersuchung soll dies nun bestätigen.

Der Sheriff von Orange County, Jerry Demings, verkündete die traurige Nachricht FOTO: ap, PME

Die vierköpfige Familie aus Nebraska befand sich in der Lagune im Urlaub. Ein Freund der Eltern dankte im Namen des Paares denjenigen, die an sie gedacht und für sie gebetet hätten. Der Präsident des für die Disney-Freizeitparks zuständigen Konzerns Walt Disney World Resort, George A. Kalogridis, teilte mit, das Unternehmen tue alles, um der Familie zu helfen. "Es gibt keine Worte, um die tiefe Trauer auszudrücken, die wir für die Familie und ihren unvorstellbaren Verlust fühlen."

Auf die Frage, ob Disney gewusst habe, dass Alligatoren auf dem Gelände seien, verwies Unternehmenssprecherin Jacquee Wahaler auf Schilder mit der Aufschrift "Nicht Schwimmen". An dem Strand, an dem der Junge angegriffen wurde, warnen allerdings keine Schilder vor Alligatoren. Die Situation werde für die Zukunft überprüft, so Wahaler.

Eine Million Alligatoren 

Nick Wiley vom Naturschutzamt sagte, es sei selten, dass Menschen von Alligatoren angegriffen würden. Allerdings wanderten die Tiere umher. In Florida wird die Zahl der einheimischen Alligatoren auf eine Million geschätzt. Seit dem Jahr 1973 sind nach Angaben der Naturschutzbehörden vor dem Jungen lediglich 23 Menschen von den Tieren in dem US-Staat getötet worden.

Die Serie der Tragödien für den Staat Florida reißt damit nicht ab. Am Sonntag hatte ein Attentäter in einem Schwulenclub in der Stadt Orlando 49 Menschen erschossen. Es handelte sich um das schlimmste Schusswaffenmassaker der modernen US-Geschichte. Nur zwei Tage zuvor war ebenfalls in Orlando die 22 Jahre alte Sängerin Christina Grimmie beim Autogrammschreiben erschossen worden.

(crwo/ap)
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