Ausbruch der Maul- und Klauenseuche: Zweiter MKS-Fall bestätigt
zuletzt aktualisiert: 07.08.2007 - 10:10London (RPO). Die britischen Behörden haben den zweiten Fall der für Tiere gefährlichen Maul- und Klauenseuche (MKS) jetzt auch offiziell bestätigt. Die Veterinärbehörde werde in Kürze das positive Testergebnis bekannt geben, sagte Umweltminister Hilary Benn am Dienstag dem Rundfunksender BBC.
Bereits am Vorabend hatte die Leiterin der Veterinärbehörde, Debby Reynolds, der BBC gesagt, der betroffene Hof liege in der bereits gesicherten Zone südwestlich von London. Mit der Tötung der rund betroffenen 50 Tiere wurde demnach bereits unmittelbar nach Bekanntwerden des Verdachts auf MKS begonnen. Weitere Maßnahmen sollten von Laborergebnissen abhängig gemacht werden.
Am Freitagabend hatten die britischen Behörden eine MKS-Erkrankung von Rindern auf einem Hof im südenglischen Surrey bestätigt. Daraufhin wurden rund 120 Rinder getötet und verbrannt. Bei zwei Tieren wurde das Virus nachgewiesen.
Die Behörden suchten weiter nach den Gründen für den Ausbruch der Seuche. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums könnte der in den infizierten Tieren gefundene Virusstamm aus einem Labor in Pirbright stammen, wo er zur Produktion von Impfstoffen verwendet wird.
Auf dem Gelände befinden sich das staatliche Institut für Tiergesundheit und ein Privatlabor, das dem US-Pharmakonzern Merck und dem französischen Unternehmen Sanofi-Aventis gehört. Ein Bericht über ein mögliches Leck bei den Sicherheitsvorkehrungen der Einrichtung sollte im Lauf des Tages veröffentlicht werden.
Umweltminister Hilary Benn äußerte die Vermutung, die schweren Überschwemmungen in der Region im vergangenen Monat könnten zum Ausbruch der Seuche beigetragen haben. "Das ist eine der Möglichkeiten, die wir untersuchen", sagte Benn dem Fernsehsender Channel 4. Der Bauernhof in Surrey sei ebenfalls überflutet gewesen.
Nach der Verhängung eines EU-Importverbots für britische Milchprodukte, lebende Rinder, Schweine, Schafe und Ziegen befürchtete die britische Fleischwirtschaft Verluste von umgerechnet bis zu 15 Millionen Euro wöchentlich. Rund 90 Prozent der britischen Fleisch- und Zuchtvieh-Exporte gingen nach Europa, sagte Guy Attenborough von der Kommission für Fleisch und Tierzucht.
Großbritannien steht bis heute unter dem Eindruck des schweren Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche im Jahr 2001, der die einheimische Wirtschaft umgerechnet 11,9 Milliarden Euro kostete. Seinerzeit wurden mehr als 2000 Infektionen bestätigt, Millionen Tiere wurden notgeschlachtet und verbrannt.
In Deutschland bestand nach Behördenangaben weiter keine akute Gefahr eines Ausbruchs der Seuche. Wie der Präsident des Bundesforschungsinstituts für Tiergesundheit (Friedrich-Loeffler-Institut), Thomas Mettenleiter, der "Passauer Neuen Presse" sagte, untersuchte das Referenzlabor des Instituts zwar noch Proben von Tieren, die in den letzten vier Wochen aus England importiert wurden.
"Bis jetzt waren aber alle negativ", sagte Mettenleiter. Für den Menschen bestehe durch die Seuche keine Gefahr, betonte er.
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