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Problem im Sicherheitssystem: Zweiter Reaktor in schwedischem AKW abgeschaltet

zuletzt aktualisiert: 03.02.2007 - 16:55

Stockholm (RPO). Die Pannenserie im schwedischen Atomkraftwerk Forsmark geht weiter: Wegen eines Problems im Sicherheitssystem wurden am Samstag zwei Reaktorblöcke abgeschaltet. Erst im Januar war ein Reaktor in Forsmark vom Netz genommen worden.

Stellt offenbar weiterhin ein Sicherheitsrisiko dar: Das schwedische Atomkraftwerk Forsmark.  Foto: AFP
Stellt offenbar weiterhin ein Sicherheitsrisiko dar: Das schwedische Atomkraftwerk Forsmark. Foto: AFP

Wie die Betreiberfirma FKA mitteilte, war ein Schaden an der äußeren Hülle des Reaktors Forsmark 1 der Grund für die Abschaltung am Samstag. Bei einer Prüfung einer Gummifüllung in der Außenhülle sei fehlende Elastizität festgestellt worden. Der Reaktor wurde dann für weitere Tests bis auf weiteres vorsorglich abgeschaltet. Da der Reaktor 2 baugleich sei, habe die Betreibergesellschaft entschieden, beide herunterzufahren, sagte Bredfell. Beide sollten in einigen Tagen wieder ans Netz gehen.

"Es ist nicht ungewöhnlich, dass Reaktoren abgeschaltet werden", sagte der Informationsdirektor der schwedischen Atomaufsichtsbehörde, Anders Bredfell. "Das ist nichts Ernstes."

Der Reaktorblock 1 war zuletzt Ende Dezember abgeschaltet worden, im Januar folgte Forsmark 2. Das Atomkraftwerk Forsmark hat drei Reaktoren und befindet sich 100 Kilometer nördlich von Stockholm an der Ostküste Schwedens. Es liefert rund ein Sechstel der schwedischen Stromproduktion.

Im Juli vergangenen Jahres hatte es in Forsmark einen schweren Störfall gegeben, als nach einem Elektrizitätsausfall auch die Notstromversorgung nur schleppend angelaufen war. Nach Angaben von Experten wurde eine Katastrophe - ein Schmelzen des Reaktorkerns - nur knapp vermieden. In der vergangenen Woche wurde ein kritischer interner Bericht über dramatische Sicherheitsmängel in Forsmark bekannt. Darin wird unter anderem über Gaslecks und gefährliche Arbeitsbedingungen berichtet. Außerdem seien mehrfach Angestellte nach Hause geschickt worden, nachdem sie bei Alkoholtests durchgefallen seien.

Schweden deckt mit derzeit noch zehn Atomkraftwerken nahezu die Hälfte seines Strombedarfs, will aber innerhalb der nächsten 30 Jahre vollständig auf die Kernenergie verzichten.

Quelle: ap

 
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