Libanon: Zwölf Jahre Haft für Kofferbomber
zuletzt aktualisiert: 18.12.2007 - 10:41Dem zu Gefängnis und Zwangsarbeit verurteilten Jihad H. wird ebenso wie dem in Deutschland angeklagten Youssef Mohamed E.H. vorgeworfen, am 31. Juli vergangenen Jahres im Kölner Hauptbahnhof Sprengsätze in zwei Regionalzügen deponiert zu haben. Offenbar kam es nur wegen eines technischen Fehlers nicht zur Explosion.
Als Tatmotiv führte Jihad H. in Vernehmungen an, er habe sich für die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen in europäischen Zeitungen rächen wollen. Die Verteidigung hatte Freisprüche für alle vier Angeklagten gefordert. Sie seien sich der Konsequenzen ihres Tuns nicht bewusst gewesen. Dagegen erklärte die Staatsanwaltschaft in ihrem Schlussplädoyer Anfang Dezember, die Verdächtigen hätten zweifellos die Absicht gehabt, bei den Anschlägen zu töten.
Vor dem Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf begann am Dienstag unterdessen der Prozess gegen den mutmaßlichen Haupttäter. Der 23-jährige Libanese Youssef el-Hajdib muss sich wegen vielfachen versuchten Mordes und versuchten Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion verantworten.
Laut Bundesanwaltschaft soll der Angeklagte am 31. August 2006 im Kölner Hauptbahnhof gemeinsam mit Hamad zwei Sprengsätze in Regionalzügen deponiert haben. Nur aufgrund eines Konstruktionsfehlers waren die Kofferbomben in den Zügen nicht explodiert, die sonst wahrscheinlich viele Menschen getötet oder verletzt hätten.
Beide Männer waren von Videokameras im Kölner Hauptbahnhof gefilmt worden. Als Motiv vermuten die Ermittlungsbehörden Rache für die Verbreitung von Karikaturen des islamischen Propheten Mohammed in westlichen Zeitungen. Ursprünglich waren diese in dem dänischen Blatt "Jyllands-Posten" abgedruckt worden.
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