Zahl der Opfer steigt und steigt: Zyklon verwüstet weite Teile von Birma
zuletzt aktualisiert: 04.05.2008 - 16:26Rangun (RPO). Wirbelsturm "Nargis" hat Tod und Elend über Birma gebracht. Noch ist das Ausmaß der Katastrophe nicht überschaubar. Die Zahl der Opfer stieg am Sonntag Nachmittag auf mehr als 351 Menschen. Weite Teile des Landes sind verwüstet. Fünf Regionen wurden zu Katastrophengebieten erklärt.
Besonders schwer betroffen waren von dem Sturm die Delta-Gebiete des Flusses Irawadi und die Region rings um die Hauptstadt. Der Wirbelsturm zog am Wochenende über Birma hinweg, das am kommenden Sonntag per Referendum über eine Verfassungsreform abstimmen soll.
"Nargis" entwurzelte Bäume und knickte Verkehrsampeln und Telefonmasten um, deckte Dächer ab und ließ im größten Hafen des südostasiatischen Landes sieben Schiffe sinken, wie der Ministeriumsvertreter sagte. Die Stromversorgung und das Telefonnetz seien in weiten Landesteilen zusammengebrochen.
Das ganze Ausmaß der Sturmschäden war daher nur schwer abzuschätzen. Auch die Trinkwasser-Versorgung war teilweise unterbrochen. Der Flughafen von Rangun blieb auch am Sonntag, den zweiten Tag in Folge, geschlossen.
Fünf Regionen wurden zu Katastrophengebieten erklärt: Neben Rangun und Irawadi waren dies Bago sowie die Bundesstaaten Mon und Karen. Das Irawadi-Delta liegt rund 220 Kilometer südwestlich von Rangun. In Rangun wurden Polizei und Armee zu Bergungs- und Aufräumarbeiten eingesetzt. Der Sturm war vom Golf von Bengalen aufgezogen und im Irawadi-Delta aufs Land getroffen. In Böen erreichte "Nargis" Spitzengeschwindigkeiten von mehr als 200 Stundenkilometern.
Ein Einwohner Ranguns sagt, ein Teehändler habe ihm von Menschen in der Vorstadt berichtet, die ihr ganzes Hab und Gut verloren und sich in ein Kloster geflüchtet hätten. "Sie benötigten dringend Lebensmittel und eine Bleibe." Einige Kinder hätten nicht einmal mehr Kleider am Leib. Das südostasiatische Land ist auch unter dem Namen Myanmar geläufig. Die Militärregierung hatte das Land umbenannt.
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