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Nahe Paris
Ausschreitungen nach Tod eines 24-Jährigen

Ausschreitungen nach Tod eines 24-Jährigen in Polizeigewahrsam nahe Paris
In Frankreich kam es in den vergangenen Wochen immer wieder zu Ausschreitungen. FOTO: afp
Bobigny. Nach dem ungeklärten Tod eines jungen Mannes in Polizeigewahrsam ist es im Großraum Paris in der zweiten Nacht in Folge zu gewaltsamen Protesten gekommen.

Wie die Behörden in Beaumont-sur-Oise nördlich der Hauptstadt mitteilten, seien neun Menschen festgenommen worden. Ihnen wird vorgeworfen, die Sicherheitskräfte mit Brandsätzen beworfen und Autos angezündet zu haben. In der Gemeinde protestierten den Angaben zufolge rund 200 Menschen gegen den Tod des jungen Mannes. Rund 180 Sicherheitskräfte waren im Einsatz, nachdem in der Nacht zuvor fünf Polizisten verletzt worden waren.

Familie des Toten beschuldigt die Polizei

Wie aus Ermittlerkreisen verlautete, handelt es sich bei dem Toten um einen 24-Jährigen. Er sei festgenommen worden, weil er sich der Verhaftung seines Bruders widersetzt habe, dem Erpressung vorgeworfen wird.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurde der junge Mann im Polizeiauto ohnmächtig und starb kurze Zeit später. Eine Autopsie ergab inzwischen, dass er eine schwere Infektion an mehreren Organen gehabt haben soll. Seine Leiche habe zwar Kratzwunden aufgewiesen, aber keine "Spuren bedeutsamer Gewaltanwendung", erklärte der zuständige Staatsanwalt. Die Familie wirft der Polizei vor, den jungen Mann geschlagen zu haben.

 

(sb/afp)
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