Plan der Bundesregierung: Automaten-Zigaretten bald nur noch mit Chipkarte?
zuletzt aktualisiert: 05.02.2002 - 12:44Hamburg (rpo). Für Jugendliche unter 16 Jahren sollen Zigaretten-Automaten mit Hilfe einer Chipkarte gesperrt werden. Laut Bericht in der "Bild" setzt sich die Bundesregierung dafür ein, dass Automaten-Zigaretten künftig nur noch gegen Altersnachweis verkauft werden.
Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marion Caspers- Merk (SPD), bestätigte am Dienstag einen Bericht der "Bild"-Zeitung. Danach sollen die Automaten so umgerüstet werden, dass sie statt Münzen nur noch Geldkarten akzeptieren, auf denen per Chip das Alter des Karteninhabers gespeichert ist.
Zudem soll laut Caspers-Merk noch vor Ende der Legislaturperiode durch eine Novelle des Jugendschutzgesetzes die Abgabe von Zigaretten und Tabakprodukten an Jugendliche unter 16 Jahren generell verboten werden. Das Bundesjugendministerium bestätigte, dass es zur Verbesserung des Jugendschutzes derzeit Gespräche zwischen Bund und Ländern über ein Eckpunktepapier gebe. Zu Details wollte sie jedoch keine Stellung nehmen.
Einstiegsalter liegt bei 13,5 Jahren
Nach der Umrüstung der Zigarettenautomaten soll nach Angaben von Caspers-Merk ein Code auf den Chipkarten deutlich machen, ob die Käufer mindestens 16 sind. Sie verwies darauf, dass das Einstiegsalter deutscher Raucher derzeit bei 13,5 Jahren liege. "Die Zugangsschwelle zu erhöhen hat sich in vielen anderen Ländern als sehr positiv erwiesen."
Schon vor einem Jahr hatte die damalige Drogenbeauftragte Christa Nickels (Grüne) von derartigen Planungen gesprochen. Die Automatenindustrie habe sich bereits damals freiwillig zu einer entsprechenden Umrüstung bereit erklärt. Der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Zigarettenindustrie, Ernst Brückner, begrüßte am Dienstag die Idee ebenfalls, mahnte allerdings eine Übergangszeit für die Umrüstung an. Caspers-Merk räumte zudem ein, dass es zu Fragen des Datenschutzes noch Klärungsbedarf gebe.
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