Keine Entwarnung nach Zugunglück: Bad Münder: Explosionsgefahr weitgehend gebannt
zuletzt aktualisiert: 11.09.2002 - 12:13Bad Münder (rpo). Nach dem Güterzugunglück ist der Boden in Bad Münder mit giftigen Chemikalien belastet. Die Explosionsgefahr konnte jedoch weitestgehend gebannt werden.
Zwei Tage nach dem Zusammenstoß zweier Güterzüge in Bad Münder war die Explosionsgefahr an der Unfallstelle weitgehend gebannt. "Nur direkt unter dem Kesselwagen bleibt es kritisch", sagte der Gefahrgutbeauftragte der Feuerwehr am Mittwoch. Im Laufe des Tages sollte mit der Bergung der rund 20 beschädigten Waggons und der beiden Loks begonnen werden. Experten untersuchten das Ausmaß der Umweltschäden. Am Montagabend waren am Bahnhof der Kleinstadt bei Hameln zwei Güterzüge frontal zusammengestoßen. Ein Kesselwagen mit einer giftigen Chemikalie war explodiert.
"Wir sind vorsichtig und warten noch letzte Messungen der Feuerwehr bezüglich der Explosionsgefahr ab", sagte ein Sprecher des Bundesgrenzschutzes (BGS). Zu der Unfallursache gab es zunächst keine neuen Erkenntnisse. Der BGS und das Eisenbahn-Bundesamt untersuchten die Gleise, die Waggons, die Weichen und die Signale. Die Staatsanwaltschaft Hannover wurde eingeschaltet.
Die beiden Züge waren sich auf demselben Gleis entgegen gekommen. Geklärt werden muss nun, warum keiner der beiden gewartet hatte. Dazu sollen auch die beiden Lokführer befragt werden, die bei dem Unfall leicht verletzt wurden. Wie stark das Erdreich und das Grundwasser verseucht sei und wie viel Boden abgetragen werden soll, könne ebenfalls erst nach der Bergung festgestellt werden, sagte ein Feuerwehrsprecher. Einer der Züge hatte das Krebs erregende Epichlorhydrin geladen, das unter anderem bei der Herstellung von Klebstoff verwendet wird. Die Chemikalie sei wasserlöslich und durch den vielen Regen inzwischen zum Großteil im Boden versickert, hieß es.
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