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Düsseldorf
Der richtige Boden für jeden Balkon

Fotos: Die berühmtesten Balkone der Welt
Fotos: Die berühmtesten Balkone der Welt FOTO: afp, mlm
Düsseldorf. Die Wahl des Bodenbelages ist Geschmackssache. Am Material sparen sollte man jedoch nicht. Ein Überblick. Von Marcel Romahn

Er soll möglichst erschwinglich sein, leicht zu reinigen, wetterfest und schön aussehen. Der Bodenbelag für den heimischen Balkon muss viele Anforderungen erfüllen. Wer den Untergrund für den Herbst wetterfest machen und nicht auf eine schöne Optik verzichten möchte, steht in den Baumärkten vor einer großen Auswahl verschiedener Beläge. "Letztendlich ist es eine Entscheidung nach persönlichem Geschmack", sagt Landschaftsbauingenieur Karl Jänik vom Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau NRW. "Aber es gibt wichtige Kriterien, die man beachten muss, wenn der Boden auch lange halten soll."

Die einfachste und preisgünstigste Variante sind Plastikfliesen. Die gibt es laut Jänik bereits für drei bis fünf Euro pro Quadratmeter - in allen Mustern und Farben. Leicht zu verlegen seien sie auch. Aber: "Dieser Belag hat eine geringe Belastbarkeit", sagt der Experte. "Das billige Plastik verliert schnell an Stabilität und wird durch Regen und Sonne rissig." Dadurch sehe der Boden nach kurzer Zeit abgenutzt aus und werde zudem extrem rutschig. Der Landschaftsbauingenieur würde "so etwas niemals verbauen".

Ein Balkonboden aus Natur- oder Betonstein sei eine deutlich bessere Wahl - auch wenn dieses Material mit Preisen von etwa zehn bis 50 Euro pro Fliese deutlich teurer ist. "Dafür ist ein Steinboden jedoch robuster und wetterbeständiger", sagt Jänik. Allerdings müsse der Einbau von Steinfliesen gut geplant sein. "Die Fliesen sind sehr schwer", sagt der Experte. "Sie könnten die Statik des Balkons sehr belasten." Auch die Dicke der Fliesen müsse vorher berechnet werden, da der Boden ansonsten nicht sauber mit der Türschwelle abschließt.

Ein Steinboden brauche außerdem regelmäßige Pflege, insbesondere Beton. "Ausblühungen" nennt man das Problem in Fachkreisen. Mineralien und Salzrückstände, die beim Guss in den Beton geraten, treten in den ersten Wochen aus den neu verlegten Fliesen aus. "Durch diese Feuchtigkeit können Verfärbungen entstehen, die regelmäßig abgewaschen werden müssen", sagt Jänik. Sobald alle Reststoffe ausgetreten sind, lege sich das Problem jedoch.

Klarer Favorit des Fachmanns sind Böden aus Holz. Aber auch hier gebe es Unterschiede: "Echte Tropenhölzer wie Teak sind sehr robust und edel. Sie haben eine extrem hohe Dichte, deshalb macht ihnen Regen nichts aus." Aber auch ein Holzboden verlangt Planung und Pflege. "Die Lamellen brauchen einen geeigneten Unterbau", sagt Jänik. "Ansonsten liegen sie bei Dauerregen im Wasser, das sich auf dem Balkon angesammelt hat." Die Folge: Das Holz fault und wird brüchig.

Auch bei der Pflege spielt das persönliche Schönheitsempfinden eine wichtige Rolle. Wenn Teakholz regelmäßig mit einer Lasur bearbeitet wird, bleibt die satte Farbe erhalten. "Wenn man das nicht macht, bildet sich durch die Sonne mit der Zeit eine Patina", sagt Jänik. Das Holz sieht dann abgenutzt aus - manch einem gefällt aber genau das. Die Preisspanne bei Teakholz ist groß: Hölzer aus Massenproduktion sind günstiger, hochwertige Tropenhölzer, die aus einer zertifizierten, umweltverträglichen Plantage stammen, kosten bis 100 Euro oder mehr.

Das wetterfeste WPC, ein Holz-Kunststoff-Gemisch, ist ebenfalls eine verlässliche Alternative. Allerdings brauchen die Platten oder Dielen viel Spielraum und deshalb breite Fugen. "Denn dieses Material dehnt sich je nach Witterung aus und zieht sich wieder zusammen", sagt der Experte. "Holz arbeitet permanent. Darauf muss man sich einstellen."

Und welchen Bodenbelag würde der Experte für seinen eigenen Balkon verwenden? "Ganz klar Naturholz", sagt Karl Jänik. "Ich mag das natürliche Erscheinungsbild." Auch Patina würde ihn nicht stören. "Im Gegenteil, das wirkt dann noch viel authentischer."

Quelle: RP
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