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El Segundo
Barbies Lauschangriff in US-Kinderzimmern

El Segundo. Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft kommt die sprechende "Hello Barbie", mit Mikrofon und W-Lan-Schnittstelle versehen, in die US-Läden - für 75 Dollar (68 Euro). Sie funktioniert ähnlich wie die Spracherkennung in vielen Smartphones: Ein Mikrofon, das im Nacken der Puppe sitzt, nimmt alles auf, was Barbies Gesprächspartner sagt. Die Daten werden via W-Lan in die Cloud geschickt, wo die passende Antwort aus rund 8000 bereitgestellten Dialogsätzen ausgewählt wird. Den gewonnenen Input behält "Hello Barbie" dann für künftige Antworten "im Hinterkopf".

Seit Mattel die "Hello Barbie" vor einem halben Jahr in New York auf der Spielzeugmesse vorstellte, reißt die Kritik von besorgten Eltern und Datenschützern nicht ab: Von einer "Abhör-Barbie" ist die Rede und vom Missbrauch kindlicher Privatsphäre, auch eine Online-Petition läuft. Laut Mattel werden die gewonnenen Daten nicht zu Werbezwecken gespeichert, sondern nur um das Gesprächserlebnis zu verbessern, und nach zwei Jahren wieder vom Server gelöscht. Außerdem müssten die Eltern zu Beginn auch ihre Zustimmung geben. Von den Datenschützern bei "Digitalcourage" bekam die Barbie dennoch den "Big Brother Award" verliehen.

Ein anderer Punkt: Auch Eltern laufen Gefahr, mit der "Hello Barbie" in die Privatsphäre ihrer Kinder einzudringen. Sie sollen einmal pro Woche die von Barbie aufgenommenen Audiofiles zugeschickt bekommen - aus Sicherheitsgründen, wie es heißt. In Deutschland ist "Hello Barbie" zurzeit nicht geplant.

(dpa)
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