Vorschlag britischer Modeblätter: Beschwerdestelle gegen zu dünne Models
zuletzt aktualisiert: 21.06.2000 - 16:11London (dpa). Britische Modemagazine haben einen Feldzug gegen zu dünne Models gestartet: Zu dürre Mannequins sollen künftig von einer Beschwerdestelle nach dem Vorbild des britischen Presserates abgelehnt werden. Diesen Vorstoß kündigten die Verleger der Magazine am Mittwoch bei einer Regierungskonferenz in London zum Thema Magersucht an.
Sie reagierten damit auf massive Kritik des britischen Ärzteverbands, der ihnen eine Mitschuld an der zunehmenden Zahl von magersüchtigen jungen Frauen vorgeworfen hatte. Die oft stark untergewichtigen Models seien ein völlig falsches Vorbild und führten dazu, dass sich Millionen Mädchen als zu dick empfänden.
In der geplanten Kommission zur Selbstregulierung der Modemagazine sollen Verleger, Modedesigner und Fotografen vertreten sein, aber auch Frauen, die nicht in der Branche beschäftigt sind. Liz Jones, Herausgeberin der Frauenzeitschrift "Marie Claire", gab selbstkritisch zu: "Die Modeindustrie ist eine Welt für sich, und ich glaube, sie hat in letzter Zeit etwas den Bezug zur Realität verloren. Die Einführung eines Kodexes zur Selbstregulierung würde bedeuten, dass wir der jeweiligen Agentur ein zu dünnes Model zurückschicken würden." Dick und dünn seien zwar sehr subjektive Begriffe, die Branche könne sich aber auf bestimmte Größen einigen, die ein Model nicht unterschreiten dürfe.
Die schon bestehende Kommission zur Überwachung der Standards im britischen Fernsehen will künftig verstärkt darauf achten, dass in Serien und Filmen eine "breitere Palette von Frauentypen" gezeigt wird. Nach einer Studie des Ärzteverbands sind die meisten Schauspielerinnen im britischen Fernsehen untergewichtig und damit nicht repräsentativ. Schätzungen zufolge leiden in Großbritannien eine Million Menschen an Magersucht, die meisten davon sind Frauen.
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