Anklage verlangt siebeneinhalb Jahre Haftstrafe: Besten Freund im Drogenrausch zersägt
zuletzt aktualisiert: 07.02.2003 - 13:14Berlin (rpo). Die Berliner Staatsanwaltschaft hat siebeneinhalb Jahre Haft für einen Mörder gefordert. Der Angeklagte hatte auf besonders brutale Weise getötet und im Drogenrausch seinen besten Freund zersägt.
Ein 38-jähriger früherer Klosterschüler, der seinen besten Freund im Drogenrausch erstochen, zersägt und in Mülltüten verpackt hat, soll nach dem Willen der Berliner Staatsanwaltschaft siebeneinhalb Jahre ins Gefängnis. Ein Urteil des Landgerichts wurde noch am Freitag erwartet. Der Angeklagte hat die Tat gestanden.
Der Drogenabhängige hatte sich im April 2002 mit seinem Kumpel gestritten, den er im Gefängnis kennen gelernt hatte. Der 43 Jahre alte Freund, früher ebenfalls süchtig, hatte ihm Vorhaltungen wegen des Drogenkonsums gemacht. Unter Einfluss des Drogen-Ersatzmittels Polamidon, mehrerer Rohypnol-Tabletten und Kokain rastete der Angeklagte völlig aus, als ihm sein Freund vermeintlich mit einer Tasse drohte. Er griff nach einem zufällig herumliegenden Küchenmesser und rammte es dem 110 Kilo schweren Freund in den Hals. Das Opfer verblutete in der Wohnung. Der 38-Jährige sägte Arme und Beine der Leiche ab und verpackte die Teile. Festgenommen wurde er einige Tage später.
Der Staatsanwalt bezeichnete das Kokain als Schlüssel zu dem brutalen Tötungsdelikt, das dem Angeklagten ansonsten "wesensfremd" sei. Wegen seines Drogenrausches sei der Angeklagte in seiner Steuerungsfähigkeit zur Tatzeit erheblich eingeschränkt gewesen. Die von der Anklage beantragte Strafe schließt auch zwei Wohnungseinbrüche ein. Die Verteidigung plädierte auf sechs bis sechseinhalb Jahre Haft.
Der 38-Jährige sagte in seinem Schlusswort, er habe seit seiner Jugend Drogen genommen, sich aber nie ausgemalt, "dass es zu so einer Tat führt". Der Vorfall tue ihm sehr leid, und er vermisse seinen Freund.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







