| 08.11 Uhr

San Bernardino
Bis zu drei Schützen richten Blutbad an

San Bernardino. Erneut ist es in den USA zu einer Schießerei mit vielen Opfern gekommen. Bis zu drei Männer stürmten eine Sozialeinrichtung in Kalifornien. Die US-Behörden berichten von mindestens 14 Toten und ebenso vielen Verletzten.

Mehrere mit AK-47-Sturmgewehren bewaffnete Männer stürmen gestern Vormittag gegen 11 Uhr (Ortszeit) in San Bernardino das "Inland Regional Center", eine Sozialeinrichtung, die sich vor allem um Behinderte kümmert. Augenzeugen berichten von drei Schützen, die das Feuer eröffneten. Sie hätten Militärkleidung und Sturmmasken getragen. Mindestens 14 Menschen kommen bei der Schießerei ums Leben, 14 weitere werden verletzt. Dann flüchten die Täter in einem schwarzen Geländewagen vor den herbeieilenden Spezialteams der Polizei. Die finden kurz darauf einen verdächtigen Gegenstand im zweiten Stock des Gebäudes und setzen einen Roboter ein, um diesen kontrolliert zu sprengen - der Verdacht, dass es sich um eine Bombe handeln könnte, bestätigt sich jedoch nicht.

Die Motive der Täter blieben zunächst offen. Laut ABC News hatten sich Mitarbeiter lokaler Behörden gestern Vormittag zu einer Festveranstaltung in der Aula in einem der drei Gebäude des Zentrums versammelt. Sie sollen die Schützen vor allem ins Visier genommen haben.

US-Präsident Barack Obama ließ sich über die Ereignisse informieren, wie das Weiße Haus mitteilte. Die Polizei sicherte die Gegend ab und bat Anwohner, in ihren Häusern zu bleiben. Das Zentrum, in dem sich das Blutbad ereignet hatte, wurde evakuiert.

CNN sprach mit einem Vater, dessen Tochter sich im Innern des Gebäudes aufhielt, als die Schießerei begann. Der Mann zeigte den Reportern eine SMS seines Kindes: "Schießerei bei der Arbeit", las er vor, während er sichtbar mit den Tränen kämpfte. "Menschen erschossen. Warte im Büro auf die Polizei. Bete für uns."

Über dem Tatort kreisten Hubschrauber, die Polizei fuhr ein Großaufgebot auf, darunter auch gepanzerte Fahrzeuge. Notärzte und Sanitäter behandelten Verwundete mitten auf der Waterman Avenue. Die Notaufnahme der örtlichen Universitätsklinikberichtete richtete sich nach Angaben des Senders ABC auf den "Katastrophenfall" ein. Man rechne mit einer großen Zahl von Betroffenen.

Der Vorfall ereignete sich nur fünf Tage nachdem ein Bewaffneter in einer Abtreibungsklinik in Colorado Springs drei Menschen getötet und neun verwundet hatte - nur die jüngste in einer Reihe von Schießereien, die das Land erschüttert und die Diskussion über den einfachen Zugang zu Schusswaffen in den USA wieder entfacht haben. Präsident Obama erneuerte nach der jüngsten Gewalttat seine Forderung nach schärferen Waffengesetzen. "Wir brauchen strengere Waffengesetze, stärkere Hintergrundüberprüfungen, das sagt der gesunde Menschenverstand", sagte er dem US-Sender CNN.

(FH/leb/maxi)
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