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Berlin
Blitz-Räuber vom KaDeWe vor Gericht

Berlin. Zwei Männer sitzen hinter Panzerglas, der dritte kommt als freier Mann in den Gerichtssaal: Elf Monate nach dem Blitzraub im Luxuskaufhaus KaDeWe (Kaufhaus des Westens) ist am Mittwoch in Berlin der erste Prozess gestartet. Zwei 26- und 29-jährige Cousins sollen mitten im vorweihnachtlichen Trubel mit vermutlich drei weiteren Komplizen Schmuck und Uhren im Wert von 817.000 Euro erbeutet haben. Einem 27-Jährigen wird Beihilfe vorgeworfen. Bei der Polizei soll er die Hauptangeklagten "direkt belastet" haben.

Die Dreistigkeit der Räuber erregte bundesweit Aufsehen: Die Täter stürmten vergangenen Dezember in das Berliner Kaufhaus. Maskiert, bewaffnet, mit Reizgas um sich sprühend, so zeigten es die Überwachungskameras. 16 Menschen wurden bei dem Überfall am Samstag vor dem vierten Advent durch Reizgas verletzt. Eine Frau soll einen Asthmaanfall erlitten haben. "Die Täter begaben sich gezielt zu den Geschäften der Firmen Chopard und Rolex", heißt es in der Anklage. Mit Äxten und Macheten hätten die Räuber mehrere Vitrinen zertrümmert. Sie verließen mit 15 Uhren und fünf Schmuckstücken den Tatort. Über den Verbleib der Beute wisse das Gericht laut Staatsanwältin Susann Wettley nichts.

Gefunden wurde aber das Fluchtfahrzeug. Über den Wagen war der 27-Jährige ins Visier der Ermittler geraten. Im März wurde er festgenommen. Er gestand Angaben zufolge, den Wagen anderen Männern überlassen zu haben. Kurz darauf wurden die beiden Cousins verhaftet, der ältere in Griechenland.

Es wird mit einer monatelangen Beweisaufnahme gerechnet. Bislang haben die Richter 24 weitere Verhandlungstage bis März 2016 geplant. Der erste Tag endete bereits nach Verlesung der Anklage.

(dpa)
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