Drei Tote in Süd-Sibirien: Blitzeinschlag in russisches Munitionslager
zuletzt aktualisiert: 21.07.2001 - 15:09Moskau (rpo). Erneuter Schiksalsschlag für das russische Militär. Ein Blitzschlag ist in ein Munitionsdepot im südlichen Sibirien eingeschlagen und hat ein Brandinferno ausgelöst. Mindestens drei Tote und vier Verletzte sind zu beklagen. Noch einen Tag nach dem Unglück drohte Gefahr. In der russischen Teilrepublik Burjatien flog explodierende Munition in einem Radius von mehreren Kilometern herum und gefährdete Menschenleben. Die Feuerwehr konnte deshalb mit den Löscharbeiten noch nicht beginnen.
Das russische Fernsehen zeigte Bilder vom Unglücksort, der einem Schlachtfeld ähnelte: entwurzelte Bäume, brennende Sträucher und Menschen, die in Panik ihre Häuser verließen. Rettungskräfte brachten fast 2800 Einwohner in Sicherheit. In der Siedlung Gussinoje Osero wurden 20 Häuser zerstört. Die von der regionalen Hauptstadt Ulan-Ude nach Ulan-Bator führende Eisenbahn musste für den Verkehr vorübergehend gesperrt werden.
Die Feuerwehrleute wollen den Brand erst löschen, wenn alle Geschosse explodiert sind. Die Behörden hoffen, damit bereits am Sonntag beginnen zu können, wie Itar-Tass meldete. Die Arbeiten nehmen voraussichtlich eine Woche in Anspruch, weil nicht explodierte Geschosse geräumt werden müssen. In der Nacht waren die Flammen aus der 120 Kilometer nördlich gelegenen Stadt Ulan-Ude zu sehen.
Bereits Ende Juni hatte ein Blitzeinschlag ein Munitionsdepot der russischen Armee in Sibirien in Brand gesetzt und schwere Detonationen ausgelöst. Etwa 10 000 Anwohner mussten im Gebiet Tschita, 5000 Kilometer östlich von Moskau, evakuiert werden. Anfang Juni zerstörte ein Brand auf einem Stützpunkt bei Moskau mehrere Flugabwehrraketen vom Typ S-300. Im Mai hatte ein Feuer in einer Kommandozentrale für die Steuerung von Militärsatelliten bei Moskau das russische Frühwarnsystem vorübergehend lahm gelegt.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







