Pakistan: Männer schossen auf Betende: Blutbad in Moschee
zuletzt aktualisiert: 22.02.2003 - 19:31Karachi (rpo). Drei bewaffnete Männer sind im pakistanischen Karachi in eine Moschee gestürmt und haben auf Betende gefeuert. Neun Menschen starben.
Zehn Gottesdienstbesucher sind am Samstag bei einem Blutbad in einer schiitischen Moschee in Karachi erschossen worden. Mindestens neun weitere wurden nach Angaben der Polizei verletzt. Nach Darstellung des pakistanischen Innenministeriums stürmten mindestens drei Männer zu Beginn des Abendgebetes in die Moschee Imam Bargha Mehdi und feuerten mit Sturmgewehren in die Schar der Betenden. Anschließend flohen sie.
"Der Gebetsaufruf hatte gerade begonnen, da fuhren vier Männer auf zwei Motorrädern durch die Tür und schossen", sagte einer der Gottesdienstbesucher. Nach Polizeiangaben befanden sich zur Tatzeit 25 Menschen in der Moschee, unter den Getöteten ist auch ein sieben Jahre alter Junge. Augenzeugen berichteten, die Täter hätten zuvor in einem Teehaus gewartet.
Ihr Motiv blieb zunächst unklar. In Pakistan kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Übergriffen von extremistischen Sunniten auf die Minderheit der Schiiten. Erst vor kurzem verhaftete die Polizei mehrere Mitglieder der verbotenen sunnitischen Gruppe Lashkar-e-Jhangvi.
In zwei Wochen beginnt für die Schiiten der Trauermonat Muharram. Hinter dem Anschlag stecke der Versuch, den heiligen Monat zu stören, sagte Hasan Zafar Naqvi von der schiitischen Gemeinde in Karachi. "Die Regierung sollte beschämt sein, dass sie die Moschee nicht geschützt hat. Die Mörder müssen sofort festgenommen werden."
Hunderte Angehörige von Verletzten und Getöteten versammelten sich vor dem Krankenhaus, in das die Opfer gebracht wurden. Männer, die beim Transport der Getroffenen geholfen hatten, standen mit blutgetränkter Kleidung herum. Viele forderten lautstark, man möge ihnen die Leichen aushändigen, damit sie zu Hause betrauert und beerdigt werden könnten.
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