Drei-Familien-Haus eingestürzt - 21 Menschen verletzt: Bremer Hausexplosion forderte Todesopfer
zuletzt aktualisiert: 20.11.2000 - 19:51Bremen (AP). Bei der Explosion eines Mehrfamilienhauses in Bremen ist am Montag eine Frau ums Leben gekommen. Mindestens 21 weitere Menschen wurden verletzt. Unklar blieb zudem das Schicksal des Hausmeisters, der am Abend noch unter den Trümmern vermutet wurde. In einem Wettlauf gegen die Zeit hatten rund 150 Feuerwehrleute um das Leben der mindestens drei Eingeschlossenen gekämpft, die sich über ein Handy gemeldet hatten.
Am Abend wurde ein 56-jähriger Mann und eine etwa 70 Jahre alte Frau aus den Trümmern lebend geborgen und in ein Krankenhaus gebracht. Wenig später entdeckten die Rettungskräfte die Leiche der zweiten Frau. Das vierstöckige Gebäude in der Bremer Neustadt wurde bei dem Unglück völlig zerstört, Experten halten eine Gasexplosion für wahrscheinlich. Das Haus wurde auch von der Heilsarmee genutzt, insgesamt waren dort laut Polizei 31 Personen gemeldet. Zwölf der verletzten Personen wohnten in dem betroffenen Gebäude, fünf in der Nachbarschaft.
Die Retter gelangten mit schwerem Gerät zu den drei Eingeschlossenen. Die Männer "müssen diese Unmengen von Schutt wegräumen", sagte Feuerwehrsprecher Ernst Hesse. Der 56 Jahre alter Mann hatte über sein Handy den Notruf angerufen. Er war in einem Zimmer eingeschlossen, das vor der Explosion im zweiten Stock lag, nun aber keine Fenster mehr hat. Er berichtete über die beiden ebenfalls eingeschlossene Frauen in der Nähe. Vermisst wurde am Abend noch der Hausmeister, der nach Angaben seiner Frau kurz vor der Explosion in den Keller gegangen war.
Wegen der Einsturzgefahr hatte sich die Rettung der Eingeschlossenen schwierig gestaltet. Das Haus wurde aus Fertigteilen und nicht aus Ziegelsteinen gebaut. Teilweise wurden ganze Wandteile in einem Stück herausgesprengt. Die Feuerwehr näherte sich dem Trümmerberg mit einer Drehleiter, damit herum kletternde Beamte keine weitere Einbrüche auslösen konnten.
An den Bergungsarbeiten waren neben der Feuerwehr auch das Technische Hilfswerk und Baufirmen beteiligt. Auch Suchhunde waren im Einsatz. Nachbargebäude wurden beschädigt, in weitem Umkreis drückte die Wucht der Explosion Schaufenster ein.
Eine Anwohnerin sagte fassungslos: "Das sieht ja grauenhaft aus." Die Polizei hatte die Unglücksstelle weiträumig abgesperrt, weil weitere Gasausbrüche befürchtet wurden. Die bremischen Versorgungsbetriebe schalteten die Gasleitungen in der Umgebung ab.
Bremens Innensenator Bernt Schulte und Bürgermeister Henning Scherf machten sich ein Bild an der Unglücksstelle im Geschworenenweg. Über die Höhe des Schadens lagen zunächst keine Angaben vor. Die Kriminalpolizei nahm die Ermittlungen auf.
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