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Münster
Busfahrer findet nachts Kleinkind

Münster. Der zweieinhalbjährige Junge war im Schlafanzug von zu Hause ausgebüxt.

Ein zweieinhalb-jähriger Junge ist gestern Nacht in Münster auf der Straße von einem Busfahrer entdeckt worden und konnte von der Polizei sicher nach Hause gebracht werden. Der kleine Junge hatte sich einen Hocker vor die Wohnungstür geschoben und so die Türklinke erreicht. Mit Schlafanzug und Schuhen war der Junge allein in Münster unterwegs, als ihn Bruno Jordan, Busfahrer der Linie N85, auf einer stark befahrenen Kreuzung am Münsteraner Orleansring erspähte und mitnahm. "Es war, als ob der Junge vom Himmel gefallen wäre", schildert Bruno Jordan, den die Begegnung mit dem Jungen auch am nächsten Tag noch bewegte.

"Ich habe dann mitten auf der Kreuzung angehalten." Das Kind sei halb nackt gewesen, habe gezittert, geweint und nach seiner Mutter geschrien. "Ich habe es dann auf den Arm genommen und beruhigt", erzählt Jordan. Wenig später habe sich auch die schockierte Oma des kleinen Fahrgastes bei der Polizei gemeldet.

"Solch eine Geschichte erlebt man nur einmal im Leben", sagt der Busfahrer, der den Jungen am Bahnhof der Polizei übergab. Zwei Passagiere hätten sich zuvor so intensiv mit dem Kind beschäftigt, dass der Ausreißer wieder munterer geworden sei. "Sie haben viel mit dem Jungen geredet, so dass er seinen Schock vergessen konnte", erzählt der Busfahrer der Stadtwerke Münster. Und als dann der Junge am Bahnhof noch in die Jacke eines Polizisten schlüpfen durfte, war die Nacht für ihn schon fast gerettet. "Das war ein tolles Bild; da hat der kleine Mann morgen im Kindergarten etwas zu erzählen."

Nach einer insgesamt fünf Kilometer langen Bustour konnte der nächtliche Ausflug des kleinen Ausreißers so sicher beendet werden. Jordan möchte die Begegnung trotzdem nutzen, um alle Autofahrer zur Vorsicht anzuhalten: "Sogar nachts um 1 Uhr kann einem ein zweieinhalbjähriges Kind vor das Fahrzeug laufen."

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