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Düsseldorf
Camping-Trend: klein und kompakt

Düsseldorf. Dem drohenden Dieselverbot in Innenstädten hat die Wohnmobil-Branche kaum etwas entgegenzusetzen. In Düsseldorf eröffnet mit dem Caravan-Salon die größte Camping-Messe der Welt. Die Caravan-Branche boomt zurzeit. Von Thorsten Breitkopf

Nach Jahren schlechter Absatzzahlen boomt derzeit in Deutschland die Caravan-Branche. Sie meldet rundum gute Geschäfte. Allein in den ersten sieben Monaten dieses Jahres wurden mehr als 48.000 Freizeitfahrzeuge neu zugelassen, wie der Campingverband CIVD mitteilt. Für das Gesamtjahr rechnet der Verband mit einem zweistelligen Zuwachs. Inzwischen werden mehr Wohnmobile als Wohnanhänger in Deutschland neu angemeldet. 21.800 neue Wohnwagen wurden in den vergangenen zwölf Monaten in Deutschland zugelassen, ein Plus von fast zehn Prozent. Die Zahl der zugelassenen Wohnmobile stieg sogar um mehr als 17 Prozent auf 38.900.

In Düsseldorf wird heute die weltgrößte Campingmesse Caravan Salon eröffnet. Dort werden bis Sonntag, 3. September, mehr als 2100 Wohnmobile und Caravans ausgestellt. Erwartet werden wie im Vorjahr rund 200.000 Besucher.

Die deutschen Campinghersteller setzen trotz der Debatte um mögliche Diesel-Fahrverbote weiter auf den Dieselantrieb. Für Reisemobile seien Dieselmotoren schon wegen ihres Drehmoments "derzeit alternativlos", sagt der technische Direktor des CIVD, Jost Krüger.

Dass es Fahrverbote wegen des Stickoxid-Ausstoßes geben könnte, sei "überhaupt nicht sicher". Beim "Dieselgipfel" seien umfangreiche Maßnahmen zur Verringerung des Stickoxid-Ausstoßes vereinbart worden. "Dieses Paket müsste ausreichen, um Fahrverbote zu verhindern", sagt Krüger. Praktisch alle Reisemobile seien derzeit mit Dieselmotoren ausgerüstet.

Erstmals wird eine Elektro-Reisemobilstudie des süddeutschen Herstellers Dethleffs gezeigt. Das knapp vier Tonnen schwere Fahrzeug heißt "e.home". Es ist mit einem 80-Kilowatt-Elektromotor sehr schwach motorisiert. Die Reichweite des Prototyps liege nur bei knapp 200 Kilometern, sagt Dethleffs-Marketingchef Helge Vester. Preise werden noch nicht genannt. Sie dürften aber deutlich jenseits von 80.000 Euro liegen.

Dethleffs sehe das Modell als "Technologieträger" zur Vorbereitung der Elektromobilität, sagte Vester. Bis zu einer größeren Verbreitung am Markt werde es noch drei bis fünf Jahre dauern. "Mittelfristig ist der Euro 6-Diesel für Wohnmobile der richtige Antrieb", sagt Vester. Dethleffs ist nach eigenen Angaben der größte Reisemobilhersteller Europas.

Besonders im Trend liegen in diesem Jahr kompakte Wohnmobile, also solche, die die Maße eines normalen Pkw nicht nennenswert überschreiten. Vertreter dieser Klasse gibt es reichlich, etwa Mercedes V-Klasse, VW Bus T6 oder der Ford Transit. "Die Fahrzeugklasse wird von den Besitzern nicht nur als Urlaubsvehikel, sondern auch als Zweitwagen im Alltag genutzt", sagt Caravan-Direktor Stefan Koschke. Die Varianten mit einem einklappbaren Hochdach könnten sogar in Tiefgaragen fahren.

Ein zweiter Trend beim Camping ist die Verfeinerung der Technik, um Bedienbarkeit und Bequemlichkeit zu verbessern. Zu sehen sind beim Caravan-Salon etwa Videotechnik. Der Trend gilt auch für das klassische Camping ohne Wohnwagen. So zeigt die Firma Isola etwa ein Zelt, das anstelle eines Gestänges über Luftschläuche verfügt. Sie werden mit einer Pumpe oder einem Kompressor aufgeblasen.

Quelle: RP
 
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