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Cannabis-Anbau – wie man Hanf züchtet und wann das legal ist

Der Anbau von Hanf ist in Deutschland illegal. Wird Cannabis legalisiert, könnte sich aber auch die Rechtslage zum Anbau in naher Zukunft ändern. Wir verraten Ihnen die zehn interessantesten Fakten rund um den Anbau von „Gras".

Cannabis-Anbau – wie man Hanf züchtet und wann das legal ist

1. Ist der Cannabis-Anbau in Deutschland legal?

Der Anbau von Cannabis ist in Deutschland grundsätzlich illegal. Schon mit einer einzigen Pflanze machen Sie sich strafbar. Allerdings geht der weltweite Trend Richtung Cannabis-Legalisierung. In Deutschland ist es mittlerweile möglich, Cannabis-Produkte legal auf Rezept zu bekommen. Und in Ausnahmefällen können Sie auch eine Genehmigung zum Cannabis-Anbau erfolgreich beantragen.

Cannabis-Anbau – wie man Hanf züchtet und wann das legal ist

Mit Rezept ist das Cannabis keine Droge mehr, sondern ein rezeptpflichtiges Arzneimittel, dass Patienten mit chronischen Schmerzen, Multipler Sklerose, Krebs, HIV oder anderen Krankheiten verschrieben wird. Doch aufgrund eines solchen Rezepts allein dürfen Sie „Gras“ nicht legal anbauen. Auch nicht für die eigene Ernte.

Cannabis-Anbau – wie man Hanf züchtet und wann das legal ist

Eine Ausnahme gibt es dennoch: Erhalten Sie eine Sondergenehmigung, dürfen Sie für einen befristeten Zeitraum legal Cannabis pflanzen und ernten. Genehmigungen werden allerdings nur in seltenen Fällen vergeben. Es ist beispielsweise möglich, eine Sondergenehmigung für den Hanf-Anbau zu erhalten, wenn dieser Forschungszwecken dient. Als Schmerzpatient könnten Sie auf gerichtlichem Weg eine Genehmigung erkämpfen, wenn Sie das Marihuana aus der Apotheke nicht bezahlen können.

Cannabis-Anbau – wie man Hanf züchtet und wann das legal ist

Ab 2019 will die Bundesregierung außerdem den Bedarf an medizinischem Marihuana aus deutschem Anbau decken. Derzeit können sich deutsche Unternehmen für den Job als Hanfbauer bewerben. Unter staatlicher Aufsicht ist der Anbau von medizinischem Cannabis dann legal.

Mehr zur fortschreitenden Cannabis-Legalisierung - weltweit und in Deutschland - erfahren Sie hier.

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2. Wie erhalte ich eine Genehmigung für den Anbau von Cannabis?

Die Chancen, eine Genehmigung für den Anbau von Hanf zu erhalten, stehen für Privatpersonen leider schlecht. In Deutschland ist es bisher nur wenigen Menschen gelungen, eine Genehmigung zu erkämpfen. Eine Sondergenehmigung für den Anbau von Cannabis ist nur auf dem Rechtsweg möglich.

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Chancen auf eine solche positive Gerichtsentscheidung haben Schmerzpatienten, denen die finanziellen Mittel fehlen, das Cannabis aus der Apotheke zu bezahlen. Denn trotz Rezept kann das Cannabis noch immer 20 Euro pro Gramm kosten, wenn die Krankenkasse die Kostenübernahme ablehnt. Derzeit lehnen die Krankenkassen noch einen Großteil der Anträge auf Kostenübernahme ab.

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3. Wo ist der Anbau von Cannabis legal?

Ob und wie lange der Anbau von Cannabis in Deutschland noch illegal bleiben wird, steht derzeit in den Sternen. Weltweit öffnen sich jedoch immer mehr Menschen dem Cannabis-Konsum - und das nicht nur im medizinischen Bereich, sondern auch als legale Freizeitdroge.

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Im US-Bundesstaat Colorado und in Uruguay ist es beispielsweise nicht nur erlaubt, legal zu kiffen. Es ist auch möglich, bis zu sechs Pflanzen im eigenen Haus oder auch outdoor im Garten gedeihen zu lassen und für den Eigenbedarf zu ernten.

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4. Wie baut man Cannabis an?

Um die Samen der Marihuanapflanze erfolgreich zu ziehen, müssen Temperatur, Feuchtigkeit, Nährstoffe und Lichtdauer aufeinander abgestimmt sein. Die Blüte der Cannabispflanze wächst bereits nach drei bis vier Wochen. Geerntet werden kann die Blüte je nach Cannabis-Sorte nach sechs bis zwölf Wochen.

Cannabis-Anbau – wie man Hanf züchtet und wann das legal ist

Kompliziert ist der Anbau der Pflanze nicht. Man benötigt keinen grünen Daumen, um Cannabis-Samen zum Wachsen zu bringen. Alles, was man für die erfolgreiche Ernte benötigt, ist eine Anleitung und das richtige Equipment.

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Beim Indoor-Anbau im eigenen Haus können Sie das gesamte Jahr über ernten – aber nur mit Genehmigung versteht sich! Beim Anbau im Freien ist April bis Juli der geeignete Zeitpunkt für die Aussaat.

Cannabis-Anbau – wie man Hanf züchtet und wann das legal ist

5. Was benötigt man für den Anbau von Hanf?

Beim Indoor-Anbau von Hanf benötigen Sie einige Hilfsmittel und etwas Insiderwissen rund um die Pflanzenaufzucht. Verwenden Sie große Töpfe, Substrat und ein elektrisches Licht mit mindestens 200 Watt.

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Beim Outdoor-Anbau entfallen einige Anschaffungskosten für das Equipment, da die Sonne anstelle von Lampen natürliches Licht spendet. Dafür können Sie beim Indoor-Anbau die perfekten Wachstumsbedingungen für Ihre Hanfpflänzchen schaffen und so eine größere Ernte erzielen.

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Indoor ist es am einfachsten, eine sogenannte Growbox - eine Art Mini-Gewächshaus - mit Erde für den Anbau vorzubereiten. Für ein gutes Wachstum benötigen die Pflanzen außerdem viel Licht, frische Luft und regelmäßig Wasser.

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Das elektrische Licht muss mindestens eine Leistung von 200 bis 1000 Watt haben und die Pflanzen bis zu 18 Stunden täglich beleuchten. Die Geruchsbelästigung durch die Pflanzen und die höhere Stromrechnung durch den Energieverbrauch der Lampen sollten hierbei nicht unterschätzt werden.

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6. So wachsen Hanfpflanzen beim Indoor-Growing – die Keimphase

Wer schon einmal Samen angepflanzt hat, benötigt für das Anpflanzen der Cannabis-Samen kaum eine Anleitung. Die Samen werden einfach in einer Tiefe von einem halben Zentimeter in die Erde gesteckt. Damit der Samen schnell keimt, sollte die umliegende Erde mit etwas Wasser feucht gehalten werden. Träufeln Sie einfach das Wasser auf die Erde und spannen Sie dann eine Plastikfolie über den Topf. So bleibt die Erde länger feucht.

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FDas ideale Klima für Keimlinge liegt bei 18 bis 27 Grad Celsius. Einige Sorten von Hanf eignen sich mittlerweile nur noch für den Anbau in geschlossenen Räumen. Schon nach kurzer Zeit keimen die Samen: Nach zwei bis zehn Tagen wächst schon eine zarte Pflanze aus der Erde. Die Keimphase ist besonders wichtig für einen guten Ertrag bei der späteren Ernte, und jetzt können sich Fehler stark auswirken.

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Beispielsweise benötigt die Cannabispflanze genügend Platz, um ihre Blätter zu entwickeln. Mit zehn Pflanzen pro Quadratmeter wachsen die Pflanzen bereits nicht mehr so gut. Weniger ist mehr – das gilt beim Cannabis-Anbau ganz besonders.

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7. So wächst Hanf – vom Keimling bis zur Hanfpflanze

Beim Indoor-Growing kommen Sie schnell ans Ziel: Die Hanfpflanze benötigt nur drei bis vier Wochen bis zur Blütenphase. Dann ist es schon fast Zeit für die Ernte der begehrten Blüte – aber eben nur fast. Denn erfahrene Hanfbauern perfektionieren nicht nur die Methode des Anbaus, sie müssen auch den Zeitpunkt für die Ernte genauestens abwarten.

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In der Wachstumsphase sollten Sie die Erde konstant feucht halten. Wer es genau machen möchte, verwendet einen Befeuchter und hält die Feuchtigkeit der Erde bei circa 80 Prozent. Geben Sie der Pflanze jedoch regelmäßig Wasser, ist ein Befeuchter nicht zwingend erforderlich. Mit einem Hygrostat können Sie das Feuchtigkeitsniveau prüfen.

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Um ein schnelles Wachstum zu fördern, lohnt es sich die natürlichen Sonnenstunden in den Wachstumsmonaten April bis Juli zu imitieren. Das bedeutet, die Pflanze sollte 18 Stunden Licht und sechs Stunden Dunkelheit erhalten.

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Während der Blütephase stellen erfahrene Hanfbauern die Lichtphasen dann auf zwölf Stunden Licht und zwölf Stunden Dunkelheit um. Je nach Cannabissorte wachsen die Pflanzen 60 bis 70 Zentimeter hoch. Die Blüte der weiblichen Hanfpflanze kann schon nach sechs Wochen geerntet werden. Die männlichen Pflanzen entwickeln dagegen keine Blüte, sondern frische Samen, die wiederum angebaut werden können.

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8. So wird Marihuana geerntet

Um die beste Qualität zu erhalten, muss der Zeitpunkt der Ernte genau abgewartet werden. Geerntet wird Marihuana in der Blütephase, wenn die Blüte eine leichte bräunliche Färbung zeigt. Kenner mit viel Erfahrung und Wissen verwenden zum genauen Bestimmungszeitpunkt eine Lupe.

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Wird der ideale Zeitpunkt verpasst, baut die Pflanze Tetrahydrocannabinol (THC) ab. Dieser Wirkstoff ist für die berauschende Wirkung verantwortlich. Ist der ideale Zeitpunkt erreicht, wird die gesamte Pflanze abgeschnitten und von den großen Blättern befreit. Nur die Blüten werden für rund sieben Tage zum Trocknen aufgehängt und dann noch einige Wochen trocken gelagert.

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9. Was kostet der Cannabis-Anbau?

Das Equipment für den Anbau und die Samen der Cannabispflanze stellen noch die kleinsten Kosten beim Anbau von Cannabis dar. Eine gute Lampe kann bis zu 200 Euro kosten. Für die Samen sollten je nach Sorte etwa 50 Euro einkalkuliert werden. Töpfe und Erde sind nur kleine Kostenpunkte.

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Teurer als das Equipment sind beim Eigenanbau allerdings die Stromkosten für die Lampe. Es ist gut möglich, dass die Stromkosten innerhalb von drei Monaten über 300 Euro betragen. Rechnen Sie also genau aus, ob es sich lohnt, für eine Genehmigung zu kämpfen oder ob Sie doch lieber den Preis für das medizinische Cannabis aus der Apotheke bezahlen sollten.

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10. Welche Strafen drohen bei illegalem Cannabis-Anbau?

Wer nicht in einem Land lebt, in dem der Cannabis-Anbau legal ist, und nicht über eine Sondergenehmigung verfügt, riskiert mit dem Anbau von Cannabis eine Gefängnisstrafe. Entscheidend für das Strafmaß ist, wie viele THC-haltige Pflanzen sichergestellt werden. Überschreitet die Anbaumenge bestimmte Mengen an THC, was in der Blüte weniger Hanfpflanzen schnell passieren kann, droht eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr.

Weitere Infos rund um das Thema Cannabis finden Sie hier.


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