Zehn Angeklagte verurteilt: Casino um 1,5 Millionen Mark bestohlen
zuletzt aktualisiert: 06.12.2000 - 14:42Bielefeld (dpa/lnw). Mit Haftstrafen zwischen einem Jahr und 39 Monaten müssen acht Automatentechniker und zwei Finanzrevisoren für ihren Millionenbetrug am Spielcasino Bad Oeynhausen büßen. Das Landgericht Bielefeld befand die zehn Angeklagten am Mittwoch für schuldig, das Spielcasino um 1,5 Millionen Mark bestohlen und damit schweren Bandendiebstahl begangen zu haben. Bei fünf der Männer zwischen 44 und 63 Jahren wurde die Strafe zur Bewährung ausgesetzt.
Die zuvor unbescholtenen Mitarbeiter hatten von 1997 bis 1999 regelmäßig Geld aus den Gewinnen des Casinos gestohlen. Dabei hatten die Automatentechniker, die zum Teil schon zwanzig Jahre im Casino beschäftigt waren, die Zählmaschinen von rund 90 Spielautomaten manipuliert und falsche Beträge angegeben. Mit Hilfe der beiden Finanzrevisoren, die den Zählvorgang kontrollieren sollten, wurden falsche Belege zur Gewinnauszahlung ausgestellt. Das auf diese Weise zurückgehaltene Geld hatten die Angeklagten unter sich aufgeteilt.
"Den Angeklagten wurden ihre Taten sehr leicht gemacht", sagten die Richter in der Urteilsbegründung und kritisierten damit auch die Arbeitsbedingungen im Spielcasino von Bad Oeynhausen. Sie seien bei ihrer Arbeit nie durch Kameras überwacht worden. Zudem habe die zuständige Finanzverwaltung versäumt, die vor das Casino verantwortlichen Revisoren regelmäßig auszutauschen. "Das Risiko, dass irgendwann einmal in die eigene Tasche gewirtschaftet wurde, war dadurch sehr groß", befanden die Richter.
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