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Offenbach
"Christine" bringt sibirische Kälte

Offenbach. Der Winter meldet sich in Deutschland zurück - aber nicht überall.

Sibirische Kaltluft des Hochs "Christine" hat weiten Teilen Deutschlands ein Winter-Intermezzo gebracht. Nachdem Weihnachten mit Temperaturen von mancherorts fast 17 Grad deutlich zu warm war, begann das neue Jahr in vielen Regionen eisig. Bei den Temperaturen war Deutschland allerdings zweigeteilt - zwischen den kältesten und wärmsten Orten lagen fast 20 Grad. Besonders frostig wurde es in der Nacht zu gestern im Nordosten - in Brandenburg fielen die Temperaturen auf bis zu minus zwölf Grad. Aus dem benachbarten Polen wurden mehrere Kältetote gemeldet. Vielen Italienern bescherte das Wetter hingegen Gutes: Nach tagelangem Smog-Alarm konnten sie dank Schnee und Regen wieder durchatmen.

Wegen des schneidenden Ostwinds seien die gefühlten Temperaturen im Norden und Osten sowie auf den Bergen noch viel niedriger gewesen als die gemessenen, sagte Meteorologe Christoph Hartmann vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach. In Mecklenburg-Vorpommern habe es sich am Vormittag nach minus 29 Grad angefühlt. Während in Frankfurt an der Oder erste Eisstücke auf dem Fluss trieben, lag die Temperatur in Karlsruhe bei acht Grad plus.

Mancherorts bot sich in Vorgärten, an Balkonkästen und in Parks ein bizarres Bild. Zum Teil noch in voller Blüte stehende Geranien waren am frühen Morgen erfroren und splitterten bei der kleinsten Berührung wie Glas.

Die bitterkalte Luft aus dem Osten traf über der Mitte Deutschlands auf milde, feuchte Luft aus Südwesten. Auf einer Linie zwischen der Nordsee und dem Bayerischen Wald warnte der DWD vor Glatteis. Auf rutschigen Straßen kam es etwa in Niedersachsen zu Unfällen.

In Thüringen gab es erstmals in diesem Winter fast überall etwas Schnee, was die Hoffnung auf Skivergnügen weckte. Der Regionalverbund Thüringer Wald meldete gestern in den Bergen bis zu elf Zentimeter Schnee. Die Lifte blieben jedoch außer Betrieb, auch fürs Präparieren der Loipen reichte der Schnee nicht. DWD-Meteorologe Hartmann sagte, auf den Mittelgebirgen könne sich im Laufe der Woche eine ordentliche Schneedecke von 20 bis 40 Zentimetern bilden.

(dpa)
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