Verbraucherzentrale: Inkassobüros mit "horrenden Gebühren": Citibank macht mit Schuldern "Geldschneiderei"
zuletzt aktualisiert: 07.06.2000 - 16:17Düsseldorf (dpa/lnw). Die Citibank AG beschert nach Darstellung von Verbraucherschützern ihren überschuldeten Kunden unzulässige Gebühren. Die Verbraucherzentrale NRW verwies am Mittwoch in Düsseldorf auf mehrere Fälle, bei denen das Bankhaus ein Inkassobüro mit "horrenden Gebühren" eingeschaltet habe, um Geld eintreiben zu lassen.
Inzwischen meldeten sich auch "zunehmend Schuldner, bei denen unmittelbar im Anschluss an ein Inkassobüro noch ein Rechtsanwalt beauftragt wurde", sagte Hugo Grote, Kreditexperte der Verbraucherzentrale. 1998 hatte die Bank ihr Inkassowesen ausgelagert.
In einem der Fälle seien die Schulden dadurch von rund 65 500 Mark auf über 70 000 Mark angestiegen. Die Citibank könne den Fall allenfalls direkt an einen Anwalt übergeben, oder müsse die Kosten für das Inkassobüro selbst tragen, so Grote. "Wenn sie unbedingt ein Inkassobüro einschalten will, darf sie damit nicht den Schuldner belasten. Das ist unsinnig, überflüssig und illegal." Vielmehr sei den Banken durch die Gerichte auferlegt worden, im Interesse des Schuldners die Auslagen möglichst gering zu halten.
Stattdessen verlange die beauftragte Inkassogesellschaft jedoch "noch das Doppelte des zulässigen Gebührensatzes", monierte Grote. Er hält das Verfahren für "Geldschneiderei". Hintergrund sei nach Ansicht des Verbands das neue Insolvenzrecht, bei dem nach einem Verbraucherkonkurs der größte Gläubiger die besten Chancen hat.
Citibank-Sprecher Mirko Kaminski sagte auf Anfrage, dass die beauftragten Inkassobüros "stets im Rahmen des Zulässigen" arbeiteten. Sein Bankhaus arbeite nur mit "renommierten Firmen von hohem Standard" zusammen. Seit der Auslagerung des Inkassowesens 1998 kündige die Bank 35 Prozent Kredite weniger als zuvor.
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