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Kopenhagen
Dänische Königin schickt Enkel arbeiten

Kopenhagen. Bislang hatten alle acht Enkelkinder von Königin Margrethe Anrecht auf ein lebenslanges Gehalt.

Königin Margrethe II. von Dänemark (76) hat sich überraschend in einen Streit um die Anzahl ihrer gehaltsberechtigten Enkelkinder eingemischt. Auch dank Scheidung und Neuvermählung ist der Kindersegen am dänischen Königshof groß. Ihre Majestät hat zwei Söhne und schon acht Enkelkinder.

Doch Untertanen und Politiker sind nicht nur erfreut über das Familienglück. Denn seit 1995 gilt eine Regel, nach der alle Enkelkinder der Königin ab deren 18. Geburtstag ein lebenslanges staatliches Gehalt aus der Apanage für das Königshaus erhalten. Die ist ähnlich wie die Sozialhilfe steuerfrei, fällt jedoch weitaus großzügiger aus. Für 2016 beträgt die Apanage für das Königshaus 106,5 Millionen Kronen (14,3 Millionen Euro).

Linkspartei und Grüne fordern die Wiedereinführung einer Regel, die von 1849 bis 1995 galt. Demnach erhält nur der Thronerbe, dessen Ehegattin oder Witwe eine Apanage. Konservative und Liberale Allianz wollen nicht ganz so weit gehen. Aber sie fordern, dass nur noch die vier Kinder von Kronprinz Frederik (48) Geld bekommen sollen. Die vier Kinder seines jüngeren Bruders Prinz Joachim sollen leer ausgehen und sich eine Arbeit suchen.

Königin Margrethe II. hat angesichts dieser breiten Allianz die Flucht nach vorn ergriffen und die Schlammschlacht um die Finanzierung ihrer Enkelkinder beendet. Völlig überraschend gab sie ausgerechnet der Forderung von Linkspartei und Grünen recht. Der Hof rechne nur mit einer Apanage für Prinz Christian (10). Der soll den Thron nach seinem Vater Kronprinz Frederik besteigen und muss vorbereitet werden. Es sei völlig in Ordnung, dass die sieben anderen Enkelkinder sich ihren Lebensunterhalt selbst verdienen müssen. Hofexperten sehen das als geschickten Schachzug an. Denn auch ohne Gehalt dürfte keines der königlichen Enkelkinder auf der Straße landen.

(anw)
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