Russisches Model ist abgetaucht: Das angebliche Becker-Baby: Spekulationen und Schweigen
zuletzt aktualisiert: 11.01.2001 - 14:15London (dpa). Wenn man Angela Ermakowa (33) glaubt, dann ist sie Boris Becker (33) ein einziges Mal in der Abstellkammer des japanischen Edel-Restaurants "Nobu" in London sehr nahe gekommen. Und dabei habe es gleich "Bumm" gemacht: Folge jener erregenden Minuten zwischen gestapelten Tischdecken und Klorollen sei die jetzt neun Monate alte Tochter Anna. Und der "Daily Express" zitiert am Donnerstag die kaffeebraune Russin, die einen algerischen Elternteil haben soll und als Kellnerin und Model bezeichnet wird, zu ihrer Vaterschaftsklage gegen den deutschen Tennisspieler: "Es geht mir nicht ums Geld. Das Kind soll einen Namen bekommen."
Im Moment ist in dieser Affäre noch alles "angeblich": Im Familiengericht des Londoner High Court ist die Vaterschaftsklage von Angela Ermakowa noch nicht eingegangen. Aber, sagt ein Beamter: "Es ist gut möglich, dass sie anderswo eingereicht wurde. Dann kommt sie später zu uns." Und eine Sprecherin der renommierten Londoner Anwaltskanzlei Mishcon de Reya bestätigt weder, dass Ermakowa eine Mandantin ist noch dass sie eine Vaterschaftsklage eingereicht hat oder einreichen werde. Aber sie verspricht dem fragenden Reporter, der am Telefon das Augenzwinkern förmlich zu sehen meint: "Wenn wir zu diesem Fall etwas sagen können, dann werden wir es tun." Momentan aber schweigen die Promi-Anwälte, die beispielsweise einst Prinzessin Diana bei den Scheidungsverhandlungen mit Prinz Charles vertreten haben.
Seit Mitte Dezember geht dieses eine Bild von Ermakowa und deren Tochter durch die britischen Blätter - zunächst durch die Boulevardgazette "News of the World", die derartige Geschichten vor Abdruck höchst penibel von Fachjuristen zu überprüfen pflegt, deren einzige Aufgabe darin besteht, dem Verlag von Rupert Murdoch sehr teure Verurteilungen wegen Verleumdung oder übler Nachrede zu ersparen. Dieses Foto, das inzwischen seinen Weg über die anderen Boulevardzeitungen hin in die seriösen Blätter und rund um die Welt gefunden hat, zeigt die dunkle Ermakowa mit einem Kinderwagen, aus dem ein hellhäutiger Rotschopf hervorlugt. Wenn es überhaupt auf dieser Welt ein Baby gibt, das Becker wie aus dem Gesicht geschnitten zu sein scheint: Dieses wäre es wohl.
Dass die britische Presse der Abstellkammer-Story immer weiter nachgestiegen ist, hat sicher damit zu tun, dass Wimbledonsieger Becker auf der Insel erstens immer noch ein beliebter, fast verehrter Deutscher ist. Und zweitens damit, dass die Reporter in dieser Story die Erklärung für die Scheidung von Barbara Becker wittern. Dass Becker eher ausweichend orakelt ("Ich hatte gehofft, dass sich das beruhigt, wenn ich nicht mehr so im Rampenlicht stehe. Da lag ich falsch. Aber das ist Teil meiner öffentlichen Person") ist in mehreren britischen Zeitungen am Donnerstag aufmerksam vermerkt worden.
Ermakowa, die völlig abgetaucht ist und in den Londoner Zeitungen nur indirekt über "Freunde" spricht, behauptet, sie habe noch vor der Niederkunft mit Hilfe von Anwälten bei einem Treffen mit Becker die Einrichtung eines Treuhandfonds für die Tochter durch den Tennisstar vereinbart - gegen Zusicherung ewigen Stillschweigens über die Vaterschaft. Nach der Geburt habe Becker sich jedoch schon durch die Mitteilung über das frohe Ereignis "belästigt" gefühlt - und deswegen habe sie nun die Anwälte eingeschaltet. "Ich möchte, dass das Kind einen Status bekommt", zitiert der "Daily Express" die Russin am Donnerstag. "Ich möchte nicht, dass sie (Anna) ihr ganzes Leben als illegitimes Kind verbringt. Sie soll es schriftlich haben, dass Boris ihr Vater ist. Selbst wenn er sie nicht sehen will." Aber leider ist es bisher noch keinem Journalisten gelungen, Angela Ermakowa direkt zu ihren Behauptungen zu befragen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







