Von Ostersonntag bis heute: Das Geiseldrama auf den Philippinen
zuletzt aktualisiert: 17.07.2000 - 17:46Hamburg (dpa) - Die wichtigsten Stationen des Geiseldramas:
23. April (Ostersonntag): Die moslemische philippinische Terrorgruppe Abu Sayyaf entführt 21 Menschen von der malaysischen Taucherinsel Sipadan, darunter das Göttinger Ehepaar Werner und Renate Wallert mit Sohn Marc. Auch neun Malaysier und je zwei Franzosen, Südafrikaner, Finnen und Filipinos sowie eine Libanesin werden auf die philippinische Insel Jolo verschleppt.
28. April: Die Kidnapper drohen mit der Enthauptung ihrer Geiseln. Sie verlangen ein Autonomiegebiet und ein Verbot der Großfischerei in der Sulu-See.
01. Mai: Die Entführer lassen Versorgungsgüter und eine einheimische Ärztin kommen, von der die Verschleppten erstmals seit ihrer Entführung versorgt werden.
09. Mai: Der Beauftragte für die gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik der EU, Javier Solana, dringt in Manila bei Präsident Joseph Estrada auf eine friedliche Lösung der Geiselnahme.
27. Mai: Bei den ersten direkten Verhandlungen weisen die Unterhändler der Regierung die Forderungen der Kidnapper nach einem islamischen Staat im Süden und einer Untersuchung angeblicher Gräueltaten auf der indonesischen Insel Sabah zurück.
17. Juni: Die Entführer fordern erstmals schriftlich rund 9,5 Millionen Mark für die Freilassung der fünf weiblichen Geiseln.
22. Juni: Eine malaysische Geisel wird (angeblich ohne Lösegeldzahlung) freigelassen. Zuvor hatte Malaysia rund sechs Millionen Mark für die Freilassung seiner Bürger angeboten.
02. Juli: "Spiegel"-Reporter Andreas Lorenz wird bei einem Treffen mit einem Kontaktmann von Rebellen entführt.
09. Juli: Drei französische Journalisten werden auf dem Weg zu den Geiseln entführt.
10. Juli: Eine Gruppe von 13 philippinischen Evangelisten wird gefangen genommen.
13. Juli: Bundesaußenminister Joschka Fischer und seine Amtskollegen aus Frankreich und Finnland sprechen in Manila mit Staatschef Estrada. Sie bekräftigen anschließend ihre Ablehnung von Lösegeldzahlungen.
14. Juli: Eine weitere malaysische Geisel kommt frei. Nach Angaben von Unterhändlern wurden rund 690 000 Mark Lösegeld gezahlt.
17. Juli: Die Moslemextremisten lassen Renate Wallert frei.
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