"Rein mathematisch gesehen": Das "wahre Millennium" beginnt - doch niemand interessiert das
zuletzt aktualisiert: 31.12.2000 - 16:32Hamburg (dpa). Punkt Mitternacht beginnt das "wahre Millennium" - rein mathematisch gesehen. Doch nach dem vergangenen Jahrtausendrummel herrscht keine Euphorie, fast alle Tourismuszentralen und Veranstalter in den großen deutschen Städten melden ganz normale Silvesterfeiern.
Das "wahre Millennium" hat nach Ansicht eines Werbeexperten keine größere Bedeutung für die Menschen. "Das Thema ist durch", sagte der Geschäftsführer des Deutschen Kommunikationsverbands in Bonn, Lutz E. Weidner. "Die Leute haben sich an der Zahl 2000 berauscht, die sich als Anlass einfach geeignet hat. Die mathematische Richtigkeit interessiert jetzt keinen."
Denn rechnerisch gesehen beginnt in der kommenden Nacht das neue Jahrtausend. Unsere Zeitrechnung beginnt nicht mit einem Jahr null, sondern mit dem Jahr eins. Also enden die ersten 2000 Jahre nach Chr. auch erst am 31. Dezember 2000.
Um die Verunsicherung komplett zu machen, existieren neben dieser Rechnung noch eine Reihe von Theorien über den korrekten Beginn des dritten Jahrtausends. Historisch gesehen leben wir ungefähr im Jahr 2004 nach der Geburt des Jesus von Nazareth. Laut Bibel wurde dieser nämlich zur Regierungszeit des Königs Herodes geboren, der bereits vier Jahre vor unserer Zeitrechnung starb.
Ein Blick auf die anderen Weltreligionen macht die Verwirrung über den korrekten Millenniums-Beginn schließlich perfekt: Für das Judentum ist das laufende Jahr 5761 nach Erschaffung der Welt. Für Buddhisten beginnt die Zeitrechnung mit dem Todesjahr Buddhas (483 v. Chr.) und für Moslems mit der Flucht Mohammeds (622 n. Chr.)
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