Viele Absagen von Prominenten: Demonstranten beim Opernball
zuletzt aktualisiert: 03.03.2000 - 09:23Wien (dpa). Auch rund 15 000 Demonstranten haben am Donnerstagabend nicht den Wiener Opernball als traditionellen Höhepunkt des österreichischen Faschings beeinträchtigen können. 320 «Jungdamen» und «Jungherren» eröffneten im angeblich schönsten Ballsaal der Welt das Tanzvergnügen.
Obwohl der portugiesische Staatspräsident Jorge Sampaio wegen der politischen Isolierung Österreichs durch seine 14 EU-Partner seinen Besuch abgesagt hatte, blieb das Motto «Portugal» bei diesem Staatsball erhalten. Der Saal war mit vielen Tausend Orchideen aus Madeira geschmückt.
Die Gästeliste wurde von Bundespräsident Thomas Klestil und der gesamten umstrittenen rechtskonservativen Regierung angeführt. Gesichtet wurden der Schlagersänger Hansi Hinterseer, der Musikproduzent Jack White, der Filmregisseur Franz Antel, der Schauspieler Fritz Muliar und der «Schüttkünstler» Hermann Nitsch. Zahlreiche Mitglieder der Familie Piech führten in der VW-Porsche- Loge die Schar der Unternehmer an.
Die Wiener Society-Größe Richard «Mörtel» Lugner, hatte gegen Honorar die «Peep»-Moderatorin Nadja «Naddel» Abdel Farrag mitgebracht. Die Demonstration in der Innenstadt gegen diesen «Ball der Bälle» und die neue Regierung verlief friedlich. Viele Teilnehmer hatten sich als Prinzessinnen, Taucher, Monster, Mars-Männchen, Clowns oder Teufel verkleidet. Die rund 5 000 Besucher des Opernballs stürmten nach der traditionellen Eröffnung mit den Worten «Alles Walzer und viel Vergnügen» die Tanzfläche.
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