Jährlich 42 000 Alkohol-Tote: Derzeit kein Verkaufsverbot für Alkohol an Raststätten geplant
zuletzt aktualisiert: 19.02.2001 - 16:50Berlin (dpa). Die Bundesregierung verfolgt derzeit "keinerlei konkrete Pläne", den Alkoholverkauf an Autobahnraststätten einzuschränken. Dies sagte eine Sprecherin des Berliner Bundesgesundheitsministeriums am Montag auf Anfrage der dpa. Sie nahm damit Stellung zu einem Bericht in der "Bild"-Zeitung, in der die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marion Caspers-Merk (SPD), mit den Worten zitiert wird, sie könne sich "vorstellen, dass wir den Verkauf an Autobahnraststätten erschweren."
Im Gesundheitsministerium wurde darauf hingewiesen, dass es solche Überlegungen bereits bei der Konferenz der Gesundheitsminister aus Bund und Ländern im Jahr 1997 gegeben habe. Konkretisiert habe man diese Vorstellungen aber nicht.
Die neue Drogenbeauftragte der Bundesregierung hatte die Ansicht geäußert, viele Drogen seien in Deutschland "viel zu leicht zugänglich". In Deutschland gebe es 1,5 Millionen Alkoholiker und jährlich 42 000 Alkohol-Tote. In einigen Ländern, zum Beispiel in der Schweiz, gebe es nur alkoholfreies Bier an den Raststätten.
Allerdings wurde im Kampf gegen die Nikotinsucht in Deutschland bereits Neuland betreten. So läuft derzeit ein bundesweiter Modellversuch, den unkontrollierten Verkauf von Zigaretten am Automaten zu erschweren. Dies soll verhindern, dass sich Kinder und Jugendliche an jeder Straßenecke einfach selbst mit Glimmstängeln versorgen können. Im Rahmen des Modellversuchs, einer Art freiwilliger Selbstbeschränkung des Handels, werden dazu an rund tausend Zigarettenautomaten verschiedene technische Möglichkeiten erprobt, etwa das Bezahlen per Chipkarte oder Euroscheck-Karte.
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