Hamburger Vier-Sterne-Hotel: 100 Polizisten veranstalten Trinkgelage
zuletzt aktualisiert: 29.07.2010 - 15:36Hamburg (RPO). Nach einem Einsatz haben es rund 100 Polizisten aus Sachsen-Anhalt in einem Vier-Sterne-Hotel in Hamburg krachen lassen und ein Trinkgelage veranstaltet. Gäste des Hotels hatten sich in der Nacht zum Sonntag über die Lärmbelästigung beschwert, wie die Hamburger Polizei am Donnerstag mitteilte. Zeugenaussagen zufolge waren die Beamten angetrunken. Den Beamten droht nun nach Angaben des Innenministeriums in Sachsen-Anhalt ein Disziplinarverfahren.
Die Hundertschaft war laut Polizeiangaben nach einem Einsatz im Hamburger Schanzenviertel im Hotel Steigenberger Treudelberg untergebracht. Das Hotel sei ausgesucht worden, weil es Platz für so viele Beamte mitsamt Einsatzfahrzeugen biete, sagte Polizeisprecherin Ulrike Sweden. Dort seien die Beamten dann grölend und Bier trinkend durch die Flure getorkelt, hätten eine Hochzeitsgesellschaft gestört und Hotelangestellte verbal angegriffen, schrieb das "Hamburger Abendblatt" am Donnerstag.
Der Hamburger Polizeipräsident Werner Jantosch sei "ziemlich sauer" auf die Beamten und habe sich bei dem Hotel entschuldigt, sagte Sweden weiter. Die Direktion des Nobelhotels habe mit "hanseatischer Gelassenheit" auf den Vorfall reagiert.
Nach Angaben der Hamburger Polizei waren die Beamten nicht in Bereitschaft. Im Notfall hätte aber auf sie zurückgegriffen werden können. Gegen ein Feierabendbier sei nichts einzuwenden, sich zu betrinken sei aber gegen die Gepflogenheiten, betonte die Sprecherin weiter.
Leiter der Bereitschaftspolizei entschuldigt sich
Das Innenministerium in Sachsen-Anhalt prüft nach Angaben des Sprechers Martin Krems derzeit, ob ein Disziplinarverfahren eingeleitet werden muss. "Niemand hat sich bei uns direkt beschwert oder Anzeige erstattet", erklärte Krems. Derzeit werde versucht, direkte Informationen von Bediensteten oder Gästen des Hotels zu erhalten. Alles was die Behörde bislang wisse, stamme von Dritten oder Journalisten.
Es spreche viel dafür, dass Alkohol im Spiel gewesen war, betonte der Sprecher weiter. Aber dies sei bestimmt nicht bei der kompletten Hundertschaft der Fall gewesen. Nach bisherigem Stand seien insgesamt 16 Männer besonders lange wach gewesen. Der Leiter der Landesbereitschaftspolizei, Rigo Klapa, habe sich bereits per Brief für den Vorfall entschuldigt.
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