Größte deutsche Studie: 14.000 Neuntklässler süchtig nach Computerspielen
zuletzt aktualisiert: 14.03.2009 - 16:03Hamburg (RPO). Nach dem Amoklauf von Winnenden mit 15 Toten wird einmal mehr über Killerspiele und Ego-Shooter diskutiert. Die größte deutsche Jugendstudie zur Nutzung von Computerspielen zeigt nun, dass mehr als 14.000 Neuntklässler in Deutschland süchtig sind.
Weitere mehr als 23.000 gelten als stark gefährdet, wie das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtet. Wissenschaftler des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen hatten bundesweit 44.610 Jugendliche im Alter von 15 Jahren befragt.
Dabei zeigte sich dem Bericht zufolge, dass Jugendliche heute deutlich länger am Computer spielen als noch im Jahr 2005. Hatten Jungen damals an Schultagen noch im Schnitt 91 Minuten lang solche Spiele genutzt, waren es bei der aktuellen Befragung laut "Spiegel" 130 Minuten. An Wochenendtagen steige die Zahl von 140 auf 167 Minuten.
Zwar liegen die Spielzeiten bei Mädchen nach Erkenntnissen der Forscher deutlich niedriger. Aber auch hier sei es fast zu einer Verdreifachung an den Schultagen und zu einer Verdoppelung an den Wochenenden gekommen. Fast jeder sechste Junge spiele am Tag sogar länger als viereinhalb Stunden.
Nach Angaben des Forschungsinstituts führt selbst exzessives Spielen allein noch nicht automatisch zu einer suchtartigen Abhängigkeit. Jedoch seien Online-Rollenspiele ein risikoverstärkender Faktor. Dies gelte besonders für "World of Warcraft", das mit 11,5 Millionen Nutzern weltweit das meistverkaufte Spiel in diesem Genre sei.
"World of Warcraft"-Nutzer unter den befragten 15-jährigen Jungen spielten im Schnitt 3,9 Stunden am Tag, stellten die Experten laut "Spiegel" fest. Der Anteil der Schüler, die dabei ein suchtartiges Verhalten mit Kontrollverlust und Entzugserscheinungen zeigten, liege demnach bei 8,5 Prozent der Nutzer.
Der Leiter des Forschungsinstituts, Christian Pfeiffer, forderte daher, die Alterseinstufung für das Spiel von 12 auf 18 Jahre heraufzusetzen.
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