Tötung von Frau und Schwägerin: 15 Jahre Haft für Gifhorner Mörder
zuletzt aktualisiert: 22.01.2009 - 17:32Hildesheim (RPO). Ein 37 Jahre alter Mann aus dem niedersächsischen Gifhorn ist für die Tötung seiner Ehefrau und deren Schwester zu 15 Jahren Haft verurteilt worden. Der Täter wurde vom Landgericht Hildesheim am Donnerstag des heimtückischen Mordes an seiner Schwägerin und des Totschlags seiner Frau schuldig gesprochen.
Von einer Persönlichkeitsstörung und damit verminderten Schuldfähigkeit des Angeklagten ausgehend, verhängte die Kammer demnach die Höchststrafe für die Tat.
Der 37-Jährige hatte zum Prozessauftakt gestanden, die beiden jungen Frauen in Gegenwart seiner Kinder Ende Juni 2008 getötet zu haben. Er könne sich daran aber nicht genau erinnern. Dem rekonstruierten Tatgeschehen zufolge hatte seine 29-jährige Frau sich nach jahrelangen Ehestreitigkeiten von ihm trennen und mit den beiden Töchtern im Alter von damals ein und fünf Jahren in ihre Heimatstadt Düsseldorf zurückkehren wollen.
Am Tattag wollte ihre 16-jährige Schwester ihr beim Auszug helfen, als der 37-Jährige von der Arbeit kam und der Streit eskalierte. Der Mann griff sich plötzlich ein Messer und erstach in Anwesenheit der Kinder erst deren Tante und dann die Mutter, die vor ihrem Tod noch einen Notruf absetzte.
Die Staatsanwaltschaft war in ihrer Anklage davon ausgegangen, dass der Mann seine Frau ermordete, damit sie den Mord an ihrer Schwester nicht ans Licht hätte bringen können. Entsprechend hatte sie wegen zweifachen Mordes eine lebenslange Haft gefordert.
Die Richter nahmen dem Sprecher zufolge aber vielmehr an, dass der 37-Jährige nach der ersten Tat schlicht das Gefühl gehabt habe, dass nun "nichts mehr zu retten" sei. Neben der Verzweiflung habe die von einem Gutachter bescheinigte Persönlichkeitsstörung eine Rolle gespielt.
Die Verteidigung wiederum hatte vor Gericht vergeblich argumentiert, es handele sich auch bei der Tötung der 16-Jährigen nicht um Mord, sondern Totschlag. Der Anwalt der Eltern der Opfer hatte wie die Ankläger auf Lebenslang plädiert.
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