Schock-Studie von Unicef: 150 Millionen Kinderarbeiter weltweit
zuletzt aktualisiert: 06.10.2009 - 16:32Köln (RPO). Millionen Kinder weltweit sind laut einem neuen Unicef-Bericht Oper von Gewalt, Ausbeutung oder Menschenhandel. Wie das UN-Kinderhilfswerk am Dienstag in Köln mitteilte, müssen mindestens 150 Millionen Kinder unter 15 Jahren hart arbeiten und gehen deshalb unregelmäßig oder gar nicht zur Schule. Zugleich sitzen rund eine Million Minderjährige in Gefängnissen, davon die Hälfte ohne Gerichtsverfahren.
Der von Unicef erstellte Bericht zum Kinderschutz ist den Angaben zufolge die erste umfassende Bestandsaufnahme zu Kinderrechtsverletzungen und basiert auf Daten aus nahezu allen Ländern der Welt. Die komplette Studie soll zum 20. Jahrestag der UN-Kinderrechtskonvention am 20. November erscheinen.
Laut Unicef wachsen mehr als 18 Millionen Kinder in Familien auf, die aufgrund von Kriegen oder Naturkatastrophen aus ihrer Heimat vertreiben wurden. Überdies kamen allein im Jahr 2007 rund 51 Millionen Kinder zur Welt, ohne dass ihre Geburt registriert wurde. Ohne Geburtsurkunde bestünden für diese Mädchen und Jungen kaum Aussichten auf einen Platz in der Schule, oft seien sie dadurch auch krimineller Ausbeutung schutzlos ausgeliefert.
Fortschritte verzeichnet der Bericht beim Kampf gegen Kinderheiraten und die Genitalverstümmelungen bei Mädchen, die besonders in afrikanischen Ländern verbreitet sind. Laut Unicef soll der Kinderschutzbericht ein erster Schritt sein, "um eine Umgebung für Kinder zu schaffen, in der sie geschützt aufwachsen und sich entwickeln können". Erforderlich sei nun, geeignete Schutzsysteme auf- und auszubauen sowie den sozialen Wandel in den besonders betroffenen Ländern zu fördern.
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