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Public Viewing Köln ddp 2010
  Foto: ddp, ddp
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Hitze und Regen beim Public Viewing: 16-Jähriger lebensgefährlich verletzt

zuletzt aktualisiert: 03.07.2010 - 22:53

Köln (RPO). Bei den feiern zum Sieg der deutschenn Fußballmannschaft im Viertelfinale der WM ist ein 16-Jähriger lebensgefährlich verletzt worden. Er war in Köln mit einer Straßenbahn unterwegs in der ein Fenster zu Bruch ging. Als er den Kopf aus dem Fenster streckte knallte er vermutlich gegen einen Schaltkasten.

Allein 400.000 Menschen verfolgen bei knapp 40 Grad am Samstag auf der Fanmeile in Berlin das Viertelfinale gegen Argentinien. Im Westen Deutschlands wurden die Fans indes nass. In Köln musste ein Public Viewing abgebrochen werden. Auch nach dem Spiel ging die Party in vielen Städten weiter.

Ein 16-Jähriger ist am Samstagabend in Köln beim Jubeln nach dem deutschen WM-Sieglebensgefährlich verletzt worden. Wie die Polizei am Sonntag mitteilte, war der Schüler mit Freunden in einer sehr vollen Straßenbahn unterwegs. Dabei wurde ausgelassen gehüpft, gesungen und gegen die Fensterscheiben geschlagen bis schließlich eine Seitenscheibe während der Fahrt herausbrach.

Nach Aussagen anderer Fahrgäste lehnte sich der Jugendliche aus dem nun offenen Fenster, wobei er mit dem Kopf vermutlich gegen einen Schaltkasten auf der Bahnstrecke prallte. Der bewusstlose 16-Jährige wurde mit schweren Kopfverletzungen in ein Krankenhaus gebracht. Die zahlreichen Augenzeugen mussten durch Notfallseelsorger betreut werden.

Regen verzögert die Party

In der Altstadt von Düsseldorf war aufgrund des Dauerregens zunächst weniger los als bei den Spielen zuvor. Kurz nach dem Schlusspfiff stoppte jedoch der Regen, und die Menschen feierten auf den Straßen. Auf der Kö bildete sich ein Autokorso, der Verkehr kam zum Erliegen.

In Köln öffnete eine Stunde vor dem Anpfiff der Himmel seine Schleusen, die Polizei und der Veranstalter mussten die Außenfläche der Kölnarena räumen. Die Besucher wurden in die Gänge gebracht, um sich dort vor dem starken Regen unterzustellen, sagte ein Polizeisprecher.

Verletzte habe es bei der Veranstaltung keine gegeben, auch die 50 Quadratmeter große Leinwand habe die starken Regenfälle unbeschadet überstanden. Dafür schlug der Blitz aber mehrmals in den nahegelegenen Kölner Dom ein. Die Domplatte wurde aus Sicherheitsgründen zeitweise gesperrt. Berichte über Schäden gibt es nicht. Auch in Düsseldorf regnete an am Nachmittag teilweise kräftig.

Dort, wo es trocken blieb, verzichteten die Veranstalter oft auch auf den künstlichen "Wassernebel". Die Gründe: Das rasche Abkühlen könne Kreislaufzusammenbrüche hervorrufen. Außerdem sei die sommerliche Kleidung durch Wasser schnell transparant, Mobiltelefone oder Kameras könnten beschädigt werden.

In Deutschland gab es an den Public-Viewing-Standorten in nahezu allen Städten des Landes - bevorzugt auf Marktplätzen oder in Fußball-Stadien wie den WM-Arenen in Gelsenkirchen oder Leipzig - schon Stunden vor dem Anpfiff der Partie um 16 Uhr großen Zulauf. Vom Königsufer in Dresden über den Opernstrand in Frankfurt bis zum Schlossplatz in Stuttgart, von Suhl über Bitterfeld bis Bernkastel-Kues, vom Kobelt-Zoo in Schwanheim über das Waldfest in Kreuth am Tegernsee bis zur Kulturhöhle im sauerländischen Balve - überall verfolgten Tausenden Fans gemeinsam die Partie in Kapstadt.

Dabei hatten Metereologen wegen der großen Hitze extra eine Warnung ausgegeben. "Seit vier Tagen warnen wir bereits vor dieser Wetterfront, vor allem die Westhälfte Nordrhein-Westfalens wird davon betroffen sein", sagte Meteorologe Günther Hamm vom Wetterdienst Essen dem SID: "Schlimmstenfalls könnten Menschenleben gefährdet sein."

Die meisten Fans ließen sich davon jedoch nicht abhalten. Die Veranstalter in Berlin reagierten auf die Gefahr, indem sie alkoholfreie Getränke preiswerter abgaben als bei den letzten Veranstaltungen. Auf dem Friedensplatz in Dortmund wurden die Fans gar mit kostenlosem Trinkwasser versorgt.

Andere Veranstalter, wie die Westfalenhallen in Dortmund, warben mit der "Wettersicherheit" durch die Klimatisierung der Halle 4. Allerdings waren unter dem Hallendach keine Vuvuzelas erlaubt. Dafür gab es in Dortmund sogar einen Service für VIP-Fans, die sich für 59 Euro in einem separaten Bereich mit "bester Sicht auf die Leinwand" verköstigen lassen konnten.

Quelle: SID/ddp/csi/das/awei

 
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