Schrecklicher Fund in Niedersachsen: 17-Jährige lag tot mitten im Dorf
zuletzt aktualisiert: 21.04.2008 - 18:27Northeim (RPO). Grausiger Fund im niedersächsischen Asche (Kreis Northeim): Am Sonntag war ein 17-jähriges Mädchen mitten im Dorf tot auf einer Grünfläche aufgefunden worden. Jetzt wurde ein 18-jähriger Junge unter Mordverdacht festgenommen.
Die Jugendliche ist der Obduktion zufolge an erheblichen Kopfverletzungen durch massive Gewalteinwirkung am frühen Sonntagmorgen gestorben, wie die Polizei in Northeim am Montag mitteilte. Der 18-jährige Mann aus Asche sei wegen dringenden Tatverdachts festgenommen worden. Seine Schuhabdrücke fand die Polizei am Tatort, teilten die Ermittler mit. Er bestreite jedoch jegliche Tatbeteiligung. Das Motiv war laut Polizei zunächst unklar. "Es gibt keine Anzeichen für ein Sexualdelikt und keine Anzeichen für Raub", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Göttingen, Andreas Buick.
Ein Rentner hatte die Leiche der Schülerin am Sonntagvormittag entdeckt. Der Notarzt konnte nur noch ihren Tod und schwere Kopfverletzungen feststellen. Zum Tatwerkzeug wollten die Ermittler keine Angaben machen. Die aus dem benachbarten Gladebeck stammende 17-Jährige hatte den Ermittlungen zufolge am Sonnabend eine Disco im Dorfgemeinschaftshaus von Asche besucht.
Die eigens eingerichtete 25-köpfige Mordkommission kam nach der Auswertung von Tatortspuren sowie Zeugenaussagen auf die Spur des 18-Jährigen. Besucher der Disco-Veranstaltung gaben Hinweise darauf, dass er und das Opfer zur gleichen Zeit die Örtlichkeit verlassen hatten, wie Polizeisprecher Michael Neufeld der AP sagte. Die beiden seien miteinander bekannt gewesen, hätten aber keine engere Beziehung gehabt. Der Festgenommene sollte noch am Montag dem zuständigen Haftrichter vorgeführt werden.
LKA sucht nach Hautpartikeln
Das Haus der Eltern des jungen Mannes ist durchsucht worden. "Dabei sind Turnschuhe gefunden worden, die frisch gewaschen waren", sagte Buick. Das Profil der Schuhe stimme mit dem überein, das am Tatort gefunden wurde. Dort sei viel Blut gewesen, in dem die Abdrücke hinterlassen worden seien.
Außerdem wurde laut Buick in dem durchsuchten Haus Blut gefunden. Es müsse aber noch geklärt werden, ob es vom Opfer oder dem Beschuldigten stamme. Dieser habe Verletzungen im Gesicht und an den Händen, die Kratzspuren sein könnten, sagte Buick. Der junge Mann habe jedoch ausgesagt, in einen Dornenbusch gefallen zu sein. Näheres müsse nun die rechtsmedizinische Untersuchung der Wunden sowie eine DNA-Untersuchung beim Landeskriminalamt bringen. Dieses untersucht laut Buick derzeit, ob sich Hautpartikel des Beschuldigten unter den Fingernägeln des Opfers befinden.
Der Beschuldigte sagte laut Staatsanwaltschaft, er habe das Opfer nur vom Sehen gekannt. Er sei nicht mit ihr von der Party gegangen und habe mit der Tat nichts zu tun. Dass das Opfer ohne Jacke die Disco verließ, deutet laut Staatsanwaltschaft daraufhin, dass sie nicht nach Hause gehen wollte. "Offenbar wollte sie nur mal kurz nach draußen gehen, vielleicht um mit dem Beschuldigten zu sprechen", sagte Buick.
Der Festgenommene wurde am Montag dem Haftrichter vorgeführt. Dieser sah den dringenden Tatverdacht gegeben, und der Beschuldigte sollte noch am Abend in ein Jugendgefängnis kommen.
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