kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
       
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Streit vor Diskothek: 17-Jähriger ersticht drei Jugendliche

zuletzt aktualisiert: 20.12.2003 - 19:42

Heidenheim an der Brenz (rpo). Ein 17-Jähriger hat vor einer Diskothek in der baden-württembergischen Stadt Heidenheim an der Brenz drei Jugendliche erstochen. Die Tötung geschah vermutlich aus Ärger über Hausverbot in der Disko.

Kripo-Chef Bernd Ziehfreund spricht von einer beispiellosen Tat. Die Opfer sind Viktor (15), Waldemar (16) und Alex (17), drei russlanddeutsche Jugendliche, die am Freitag mit ihrer Clique in der 50.000-Einwohner-Stadt direkt an der Grenze zu Bayern unterwegs waren, um den Geburtstag von Viktor zu feiern, der am Donnerstag 15 wurde. Die beiden Jüngeren waren Schüler, der 17-Jährige im Berufsvorbereitungsjahr. Das Täter-Foto der Polizei zeigt einen jungen Mann mit Seitenscheitel und Nickelbrille. Der 17-Jährige aus dem Kreis Heidenheim ist Schüler eines Technischen Gymnasiums.

Man kann vermuten, dass Alkohol im Spiel war, als die jungen Spätaussiedler am Freitagabend durch die Lokale zogen. Man kann vermuten, dass es diese Gruppe war, die laut Volker Spellenberg, Geschäftsführer der Diskothek "K 2", vor seinem Lokal Passanten anpöbelte und anspuckte. In Relation zur Tat, die gegen 23.30 Uhr geschah, stünde das Verhalten der Jugendlichen in keinem Fall.

Die Diskothek in der Innenstadt bezeichnet sich als "Alternativen Club für unkommerzielle Ansprüche" und zieht damit vor allem Jugendliche aus der Punkszene, aber auch andere alternative, eher linksorientierte Schüler und Studenten an. Der 17-jährige Gymnasiast hat Hausverbot, weil Spellenberg ihn für einen "stadtbekannten Neo-Nazi" hält.

Trotzdem tauchte er am Freitagabend mit einem Mädchen und einem Freund dort auf und bestand darauf, hinein gelassen zu werden. Der 33-jährige Clubbetreiber rief daraufhin zum zweiten Mal an diesem Abend die Polizei. Das erste Mal waren die pöbelnden Spätaussiedler der Anlass gewesen, die aber beim Eintreffen der Polizei kurz verschwanden.

Als sie wieder auftauchten, trafen sie auf den späteren Täter. Zwischen einem aus der Gruppe und dem Begleiter des Messerstechers kam es zum Gerangel, der Türsteher Roger W. griff ein. Während der bunt tätowierte, bullige Mann mit dem langen grauen Zopf damit beschäftigt war, die Streitenden zu trennen, zog der 17-Jährige im Hintergrund plötzlich das Messer mit der 20 Zentimeter langen Klinge und stach blitzschnell zu.

Handy-Kontakt

"Völlig überraschend und unvermittelt" habe er die Waffe eingesetzt, sagte später Oberstaatsanwalt Harald Stephan. Mit dem Messer zielte der Täter direkt auf das Herz seiner Opfer. Zwei der Halbwüchsigen starben auf dem Hinterhof des Clubs, neben dem Stacheldrahtzaun des angrenzenden Gefängnisses, zwischen parkenden Autos und hart gefrorenen Schneehaufen. Der 17-jährige Alex erlag seinen Verletzungen im Krankenhaus.

Später fragt man sich, wie es einem Einzelnen gelingt, drei andere zu ermorden, ohne dass jemand eingreift, und wie der Täter zu Fuß entkommen kann. Die Kripo bekam per Handy Kontakt zu ihm, er erklärte, er wolle sich stellen. Mehr als zwölf Stunden nach dem Verbrechen tat er dies auch.

Der Staatsanwaltschaft ist der 17-Jährige, der offenbar aus Berlin stammt und sich erst seit sechs Monaten in Heidenheim aufhielt, bereits bekannt: Gegen ihn läuft ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung. Am 3. Oktober hatte er genau vor derselben Diskothek einem Punk eine Flasche über den Kopf gezogen. In jener Nacht gab es Auseinandersetzungen zwischen Punks und Neo-Nazis.

Die Polizei hat am Samstag einen rechtsradikalen Hintergrund der dreifachen Tötung ausgeschlossen. Heidenheimer Jugendliche urteilen anders: "Wandelt Wut und Trauer in Widerstand! Zerschlagt die Nazi-Banden!" äußert sich ein/e "Geordie" im Gästebuch auf der Homepage der Diskothek. Ein "Armin" schreibt: "Ich kann wirklich immer noch nicht glauben, dass das tatsächlich vorm K 2 passiert ist, dem wohl friedlichsten Club weit und breit." Am Abend hielten Jugendliche vor dem "K 2", das geschlossen blieb, eine Mahnwache mit Kerzen ab. Eine stille Nacht, wie man sie sich nicht vorgestellt hat in Heidenheim.


 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
SEK findet Waffen bei Rocker-Razzia

Fehde zwischen Bandidos und Hells Angels

SEK findet Waffen bei Rocker-Razzia

Nach der Massenschlägerei zwischen "Hells Angels" und "Bandidos" in Mönchengladbach vor knapp drei Wochen hat die Polizei zwei Verdächtige i ... mehr 

Schwerer Verkehrsunfall auf der A1

Dönerspieße über Leitplanke geschleudert

Auf der A 1 ereignete sich ein schwerer Verkehrsunfall. Ein Wagen, der Dönerspieße transprotierte, war in den Unfall verwickelt. mehr 

mehr Panorama
Aus der Region

Fehde zwischen Bandidos und Hells Angels

SEK findet Waffen bei Rocker-Razzia

Schwerer Verkehrsunfall auf der A1

Dönerspieße über Leitplanke geschleudert

Der Winter ist noch nicht vorbei

Tiefdruckgebiet "Maike" bringt Blitzeis

Größte Radarkontrolle in NRW

Minister kündigt neuen Blitz-Marathon an

Videos

Ringerin aus Krefeld trainiert für Olympiaqualifikation

Aline Focken ist 20 Jahre alt und träumt von Olympia. Die Krefelderin hat die Chance sich für die olympischen Spiele 2012 in ... mehr 

Autokamera filmt riesigen Lichtkegel

Das Video könnte auch aus einem Science-Fiction-Film sein. Blogger jedoch wollen herausgefunden haben, dass es die Explosion eines ... mehr 

Mehr Panorama Deutschland
10666896739.jpg

Fehde zwischen Bandidos und Hells Angels

SEK findet Waffen bei Rocker-Razzia

Nach der Massenschlägerei zwischen "Hells Angels" und "Bandidos" in Mönchengladbach vor knapp drei Wochen hat die Polizei zwei Verdächtige ins Visier genommen. Ermittler durchsuchten am Donnerstagabend ein Bordell in Leverkusen. mehr

 

Schwerer Verkehrsunfall auf der A1

Dönerspieße über Leitplanke geschleudert

 

Der Winter ist noch nicht vorbei

Tiefdruckgebiet "Maike" bringt Blitzeis

 

Größte Radarkontrolle in NRW

Minister kündigt neuen Blitz-Marathon an

 
 

Umstrittenes Milliardenprojekt

Polizei: S21-Einsatz "in den nächsten Tagen"

Top-Services
 
Mehr Panorama
Dieser Wal wird zu Biosprit verarbeitet
Dieser Wal wird zu Biosprit verarbeitet
In Belgien ist ein Wal gestrandet und verendet. .. mehr 
 
Dieser Wal wird zu Biosprit verarbeitet
Dieser Wal wird zu Biosprit verarbeitet
In Belgien ist ein Wal gestrandet und verendet. ..
mehr 
Fässerweise Drogen in Mexiko beschlagnahmt
Fässerweise Drogen in Mexiko beschlagnahmt
In Mexiko ist der Polizei ein Schlag gegen ..
mehr 
Vierjähriger muss halbnackt im Schnee joggern
Vierjähriger muss halbnackt im Schnee joggern
Eine Geschichte aus der Abteilung "kranke Eltern".
mehr 
Riesiger Walhai in Pakistan angeschwemmt
Riesiger Walhai in Pakistan angeschwemmt
Das ist mal ein dicker Fang: Fischer in Pakistan hieven mit Kränen ein ..
mehr 
Unser Bahnreporter unter Fußball-Fans
Unser Bahnreporter unter Fußball-Fans
Hauptbahnhof Bochum: Rund 1000 Anhänger des ..
mehr 
Chronologie: Strafmaße bei Steuerhinterziehung in Millionenhöhe
Chronologie: Strafmaße bei Steuerhinterziehung in Millionenhöhe
Wer Millionen Euro am Finanzamt vorbeischleust, ..
mehr 
Bilder des Tages
Bilder des Tages
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte: Hier zeigen wir Ihnen die ..
mehr