Bangladesh: 18 Tote bei Einsturz eines sechsstöckigen Hauses
zuletzt aktualisiert: 26.02.2006 - 12:54Dhaka (rpo). Der Einsturz eines sechsgeschossigen Gebäudes in Bangladesch hat am Samstag mindestens 18 Menschen das Leben gekostet. Behörden rechneten damit, dass die Zahl der Toten weiter steigen würde, da rund ein Dutzend Menschen unter den Trümmern verschüttet wurden.
"Es ist unwahrscheinlich, dass wir noch Überlebende finden", sagte der Leiter der Rettungskräfte, Brigadegeneral Nizam Ahmed, am Sonntag. Bei den meisten Opfern handelt es sich um Arbeiter, die den 1.800 Quadratmeter großen Komplex in der Hauptstadt Dhaka um eine weitere Etage aufstocken sollten.
In Krankenhäusern wurden 44 Verletzte behandelt. Augenzeugen hatten Ahmed zufolge zunächst berichtet, in den Gebäude hätten sich zum Zeitpunkt des Unglücks etwa 100 Menschen aufgehalten. Tatsächlich seien jedoch wohl weniger als ein Dutzend verschüttet worden, erklärte er. Unter den Trümmern wurden auch rund zwei Dutzend angrenzende Wellblechhütten eines Elendsviertels begraben, Augenzeugen zufolge wurden außerdem zahlreiche Passanten verletzt.
Die Polizei nahm einen Mitarbeiter des Unternehmens fest, dem das 30 Jahre alte Gebäude gehört. Nach dem Eigentümer wurde am Sonntag noch gefahndet. Ihm und seinen Partnern werde die Vernachlässigung von Sicherheitsvorkehrungen vorgeworfen, sagte ein Polizeisprecher. Das Gebäude sollte zu einem Krankenhaus mit 500 Betten umgebaut werden.
Bei einer Massenpanik in einem Industriegebiet bei Chittagong wurden unterdessen rund 100 Menschen verletzt. Zahlreiche Arbeiterinnen und Arbeiter flohen aus ihren Betrieben, als sich in dem Viertel eine Explosion ereignete. 41 Frauen mussten anschließend im Krankenhaus behandelt werden, wie ein Arzt mitteilte. Die Explosion ereignete sich nach einem Kurzschluss in einem Transformatorenkasten, richtete aber keinen Schaden an. Erst am Donnerstag waren bei einem Brand in einer Textilfabrik in Chittagong 54 Menschen ums Leben gekommen.
Ein Großbrand zerstörte am Sonntagmorgen rund 70 Stände eines Markts in Dhaka. Der Markt war zu diesem Zeitpunkt noch geschlossen, wie die Feuerwehr mitteilte. Berichte über Verletzte oder Tote lägen nicht vor.
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