Widerspruch zu von der Leyen: 2008 wurden 4000 Kinder weniger geboren
zuletzt aktualisiert: 28.02.2009 - 14:18Frankfurt/Main (RPO). Entgegen der Darstellung von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) ist für das Jahr 2008 derzeit kein Trend zu mehr Geburten festzustellen. Nach Daten des Statistischen Bundesamtes kamen in Deutschland bis Oktober 2008 sogar gut 4000 Kinder weniger auf die Welt als im Vorjahr.
Von der Leyen hatte vor zwei Wochen in ihrem "Familien Report 2009" darauf verwiesen, dass in Deutschland rund 3400 Kinder mehr geboren wurden als im Vorjahr, sich dabei aber nur auf Zahlen für die Monate Januar bis September gestützt.
Im Oktober brach die Zahl der Geburten dann jedoch deutlich ein. Im Gegensatz zum Vorjahresmonat erblickten rund 8000 Kinder weniger das Licht der Welt, womit sich der ursprünglich positive Trend für das Jahr 2008 ins Negative umkehrte.
Schwankungen um mehrere tausend Geburten pro Monat sind durchaus üblich, 2007 lag die Bandbreite zwischen 48.363 (Dezember) und 64.572 (Oktober). Insofern kann auch für die endgültigen Zahlen für 2008 noch keine zuverlässige Aussage getroffen werden. 2007 wurden in Deutschland laut dem Bundesamt 682.713 Kinder geboren. Für 2008 weist die Statistik bis Oktober rund 574.000 Geburten aus.
Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel", das in einer Vorabmeldung vom Wochenende auf die Zahlen hinwies, berichtet, die Familienministerin hätte durchaus im Bilde sein können, "wenn sie mit ihrer Pressekonferenz zum vermeintlichen Geburtenboom noch ein wenig gewartet hätte". Bereits am nächsten Tag seien die mauen Oktoberzahlen veröffentlicht worden.
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