Bei Protesten gegen einen Aufmarsch der rechtsextremen NPD ist es am Freitagabend in Hamburg zu gewaltsamen Auseinandersetzungen gekommen.
Mehrere Gruppen von bis zu 100 linken Gegendemonstranten hätten immer wieder versucht, die Absperrungen zu durchbrechen und die rund 90 NPD-Anhänger zu erreichen, teilte die Polizei mit.
Den Angaben nach bewarfen sie die Beamten mit Steinen und errichteten eine brennende Barrikade in der Nähe des Hauptbahnhofs.
Weitere Randalierer zündeten Mülltonnen und Barrikaden an und versuchten, an einer Tankstelle Feuer zu legen. Vorbeifahrende Autos wurden mit Flaschen beworfen.
Die Polizei reagierte mit dem Einsatz eines Wasserwerfers. Zwei Beamte gaben jeweils einen Warnschuss aus ihrer Dienstpistole ab, nachdem eine Gruppe linker Gegendemonstration ihren Streifenwagen angegriffen hatte.
Zuvor hatten Anhänger der rechtsextremen NPD demonstriert. Nachdem die NPD gegen 21. 30 Uhr ihre Kundgebung beendet habe, habe sich die Lage beruhigt.
Die Zahl der Festnahmen und In-Gewahrsam-Nahmen bezifferte ein Polizeisprecher mit "im hohen zweistelligen Bereich".
Hamburg hatte sich schon zuvor auf ein unruhiges Wochenende eingerichtet. Anlässlich des Schanzenfestes im Schanzenviertel der Stadt rechne die Polizei mit gewalttätigen Ausschreitungen und Krawallen, wie ihr Sprecher Ralf Meyer am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur ddp sagte.