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Aktuelle Zahlen für 2015
Deutschland hat bisher 521.000 Flüchtlinge aufgenommen

Von Albanien bis zum Südsudan: Ursachen der großen Flucht
Von Albanien bis zum Südsudan: Ursachen der großen Flucht FOTO: ALESSANDRO BIANCHI
Berlin. Die Zahlen sprechen eine eigene Sprache: Die Bundesrepublik hat im laufenden Jahr laut einem Zeitungsbericht schon mehr als eine halbe Million Flüchtlinge aufgenommen.

Bisher seien 521.000 Menschen über die Grenze nach Deutschland gekommen, berichtete die "Thüringer Allgemeine" unter Berufung auf interne Zahlen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Allein in den ersten drei Septemberwochen wurden demnach 107.464 Flüchtlinge registriert - so viele wie nie zuvor und nochmal gut 3000 mehr als im gesamten August. Erst am Montag sei die Monatsbilanz abermals um 8525 Menschen gestiegen.

Offiziell geht die Bundesregierung für dieses Jahr noch von 800.000 Asylbewerbern aus. Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) spricht aber schon von bis zu einer Million Flüchtlingen.

Die "Thüringer Allgemeine" beruft sich auf Daten des sogenannten Easy-Systems, mit dem das BAMF die Erstverteilung von Asylbegehrenden organisiert. Auf Anfrage habe sich die Behörde nicht zu den Zahlen äußern wollen und auf die nächste Veröffentlichung der monatlichen Bilanz der Asylanträge im Oktober verwiesen, hieß es. Das in Nürnberg sitzende Bundesamt war am Dienstagabend nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Städtetag: Deutschland fehlen 350.000 Wohnungen

Wegen der anhaltenden Zuwanderung fehlen in Deutschland nach Einschätzung des Deutschen Städtetages derzeit etwa 350.000 Wohnungen. Vizepräsident Ulrich Maly erklärte am Dienstag nach einer Präsidiumssitzung vor Journalisten in Düsseldorf, die Mittel von Bund und Ländern für den sozialen Wohnungsbau müssten von zwei auf mindestens vier Milliarden Euro erhöht werden, um genügend bezahlbaren Wohnraum schaffen zu können.

Vor allem in Ballungszentren müsse verhindert werden, dass einkommensschwache Familien mit Flüchtlingen um Wohnungen konkurrierten, sagte der Nürnberger Oberbürgermeister und SPD-Politiker. "Das wäre sozialer Sprengstoff, den wir vermeiden müssen."

Die öffentlichen Mittel für den sozialen Wohnungsbau seien zu verdoppeln, um für alle Menschen mit niedrigen Einkommen genügend bezahlbare Wohnungen zu schaffen, forderte Maly. Deshalb müsse sichergestellt sein, dass Bundesmittel für den Wohnungsbau von den Ländern nicht für andere Investitionen verwandt würden. Im Gegenzug würden sich die Kommunen bereiterklären, künftig genügend preiswerte Grundstücke für den sozialen Wohnungsbau auszuweisen.

Trotz der großen Hilfsbereitschaft in Deutschland bei der Flüchtlingsaufnahme müsse auch die Sorge von Teilen der Bevölkerung vor einer Überforderung ernst genommen werden, erklärte Maly. Integration werde nur dann erfolgreich gelingen, wenn das Leben von Syrern, Irakern oder Eritreern "mitten unter uns zur Normalität" werde. Dazu gehöre vor allem eine ausreichende Wohnraumversorgung.

(dpa)
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