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Schnee in Kassel
  Foto: dpa, Uwe Zucchi
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A45 in Hessen ist gesperrt: 30 Verletzte bei Massenkarambolage

zuletzt aktualisiert: 12.03.2013 - 20:20

Berlin (RPO). Der Winter hält Deutschland im eiskalten Griff: Blitzeis führt zu Chaos im Straßenverkehr, einige Schulen melden schneefrei. Der Frankfurter Flughafen wurde am Mittag komplett geschlossen. Auf der A45 kam es zu einem Massenunfall mit Verletzten. Auch weitere europäische Länder sind von dem Wintereinbruch betroffen: So stehen etwa die Hochgeschwindigkeitszüge Thalys und Eurostar still.

Der erneute Wintereinbruch zieht weiter Richtung Süden und nimmt nun auch die Mitte Deutschlands in seinen kalten Griff. Auf vielen Straßen hat Blitzeis am Dienstag zum Teil zu schweren Autounfällen geführt.

Auf dem Frankfurter Flughafen ist eine der insgesamt drei Startbahnen nach heftigem Schneetreiben wieder geöffnet worden. "Das lässt nun vereinzelte Starts zu", sagte eine Sprecherin des Flughafenbetreibers Fraport AG. Landungen seien nach wie vor nicht möglich. Bis zum Dienstagnachmittag seien mehr als 400 Flüge ausgefallen. Das Luftverkehrs-Drehkreuz war am Vormittag wegen des starken Schneefalls geschlossen worden. Die verschneiten Landebahnen hätten nicht schnell genug geräumt werden können, erklärte Fraport.

Massenkarambolage in Hessen

In dichtem Schneetreiben sind auf der A 45 in Hessen mehr als 100 Autos und Lastwagen zusammengestoßen. 30 Menschen wurden bei der Unfallserie nahe Münzenberg verletzt, 6 davon schwer, wie die Polizei am Dienstagabend mitteilte. Die Autobahn wurde gesperrt.

An der Massenkarambolage waren laut Polizei 80 Autos, 20 Lastwagen und drei Kleintransporter beteiligt. Ihre Wracks waren teilweise ineinander verkeilt. Außerdem ereigneten sich noch mehrere Folgeunfälle.

"Während der Unfallserie herrschte starkes Schneetreiben, die Straße war spiegelglatt", sagte ein Polizeisprecher. Die Sicht war zudem äußerst schlecht: "Ich habe nur noch die Warnblinkanlage angemacht, dann war es auch schon rum", sagte ein Autofahrer, der mit einigen blauen Flecken davonkam. "Plötzlich war da ein Lkw."

Die Wracks sollten nach und nach abtransportiert werden. Die Bergungsarbeiten sollten noch bis Mittwoch dauern. Insgesamt leisteten rund 100 Polizisten, 80 Feuerwehrleute, 25 Rettungswagen und 10 Notärzte Hilfe an der A 45.

Bereits am frühen Dienstagmorgen wurde die Autobahn A5 zwischen Darmstadt und Frankfurt nach Blitzeis und einem Lkw-Unfall für Stunden in Richtung Frankfurt gesperrt. Ein Lastwagen kam in der Höhe von Weiterstadt ins Schlingern und stürzte um, so dass er alle drei Fahrspuren blockierte. Der Fahrer wurde bei dem Unfall leicht verletzt. Durch die Sperrung kam es auch auf den Umleitungsstrecken zu langen Staus.

Im hessischen Stadtallendorf kam bei einem Glätteunfall ein Autofahrer ums Leben. Ein 30 Jahre alter Mann wurde in Trendelburg bei Kassel bei einem Autounfall schwer verletzt, als sein Fahrzeug in der Nacht zu Dienstag in einer Kurve von der glatten Straße rutschte, wie die Polizei mitteilte. Mehrere Schulen in Hessen gaben ihren Schülern schneefrei.

In Berlin legten Schnee und Eis den S-Bahn-Verkehr teilweise lahm. Wegen eines Schienenbruchs am Potsdamer Platz kam es zu Verspätungen und Zugausfällen auf den mehreren Linien. Auf einer Strecke fiel der Verkehr komplett aus. Nach Angaben der S-Bahn-Berlin kommt es vor allem bei starken Temperaturschwankungen zu Metallbrüchen. Wann die Störung behoben sein wird, sei noch nicht absehbar.

Auch in Nordrhein-Westfalen meldete sich der Winter mit Glätte und Unfällen zurück: >>Alles zur Lage in NRW finden Sie hier.

Im Norden beruhigte sich die Lage dagegen etwas. Zwar kam es in Schleswig-Holstein bei Schnee und Eis zu hunderten Unfällen. Meist blieb es aber bei Blechschäden, teilte die Polizei in Lübeck mit. Die "große Unfallwelle" sei ausgeblieben. Auch der Schulbetrieb im nördlichsten Bundesland läuft wieder planmäßig.

Die Rückkehr des Winters sorgt nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen europäischen Ländern für Verkehrsbehinderungen.

Ein Kältetoter in Frankreich, Zehntausende ohne Strom

Nach Temperatursturz und heftigen Schneefällen starb in Saint Brieuc im Nordwesten des Landes in der Nacht zu Dienstag ein Mann in der Kälte. Rund 60.000 Haushalte waren weiter ohne Strom, die meisten davon in der Bretagne und der Normandie. Bereits am Montagabend wurden zahlreiche Autofahrer im Nordwesten Frankreichs von heftigen Schneefällen überrascht. Mehrere hundert Menschen wurden auf der Nationalstraße 13 zwischen Saint-Joseph und Cherbourg mit ihren Autos eingeschneit.

In Paris wurde am Dienstag ein Viertel aller Flüge gestrichen. Wegen der starken Schneefälle ist ein Flugzeug mit 140 Menschen an Bord am Pariser Flughafen Orly von der Piste gerutscht. Die Maschine der Fluggesellschaft Tunisair sei bei der Landung um 11.15 Uhr verunglückt, hieß es am Flughafen Orly. Es habe "keine Verletzten" gegeben. Grund seien die schlechten Wetterverhältnisse gewesen.

Die französische Bahngesellschaft SNCF appellierte an Pendler, wegen des schlechten Wetters lieber zu Hause zu bleiben, denn auch im Zugverkehr gibt es massive Behinderungen. Premierminister Jean-Marc Ayrault richtete am Dienstag einen Krisenstab zur Bewältigung des Winterchaos ein, um "Sicherheit und Fortbewegung im ganzen Land zu gewährleisten".

Thalys und Eurostar steht still

In Belgien standen Autofahrer wegen Schnees in insgesamt 1600 Kilometer langen Staus. Zudem wurden Züge gestrichen, darunter der Hochgeschwindigkeitszug Thalys nach Paris, nach Deutschland und in die Niederlande. Auch sämtliche Eurostar-Züge zwischen Frankreich beziehungsweise Belgien und Großbritannien sind gestrichen worden. "Wegen der sehr schwierigen Wetterbedingungen im Norden Frankreichs und in Belgien" sei der Eurostar-Zugverkehr bis auf Weiteres unterbrochen, teilte das Unternehmen mit. Der Zugbetreiber Eurostar verbindet London durch den Ärmelkanal-Tunnel mit Paris und Brüssel. Tausende Reisende strandeten auf eingeschneiten Bahnsteigen.

Verkehrsprobleme gab es auch in Großbritannien. Dort machte die Wetterbehörde zudem den schneegeplagten Menschen wenig Hoffnung auf Besserung: Die ungewöhnlich niedrigen Temperaturen könnten noch über die kommende Woche hinaus anhalten.

In Sussex registrierte die Polizei binnen 24 Stunden mehr als 300 Autounfälle auf glatten Straßen. Niemand wurde ernsthaft verletzt. Zahlreiche Schulen im Südosten Englands blieben wegen des Wetters geschlossen.

Quelle: dpa/afp/ap/nbe/top

 
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